Persien war neben Indien vor etwa 1500 Jahren das Ursprungsland des Schachs. Von dort kam diese "wunderbare Gabe aus dem Morgenlande" (Siegbert Tarrasch) schließlich auch zu uns. Stets war das Schachspiel in Persien beliebt, bis ihm seine etymologische Gleichheit mit dem verhassten Schah (= König) unter Ajatollah Chomeini zum Verhängnis wurde. Lange Zeit verboten, erlebt es indes seit Jahren eine Renaissance mit vielen Turnieren, so vor Kurzem auch die Weltmeisterschaft der Frauen in Teheran.

Diese war allerdings von Anfang an umstritten. Etliche Frauen weigerten sich wegen des Kopftuchzwangs im Iran teilzunehmen, sie wollten keine "Bürger zweiter Klasse" sein. Der britische Großmeister Nigel Short sprach gar von "Welt-Hidschab-Meisterschaften", während die iranische Großmeisterin Mitra Hejazipour (24) ihrerseits dringend zur Teilnahme an dieser bislang größten Sportveranstaltung für Frauen im Iran aufforderte: "Dieses Turnier ist für uns Frauen sehr wichtig."

Schließlich kamen fast alle starken Spielerinnen und spielten mit Kopftuch. "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing" – und sei es auch manchmal mit Zähneknirschen.

Überraschend gewann schließlich bei dieser WM im K.-o.-Modus die Chinesin Tan Zhongyi, die ihre Landsfrau Hou Yifan, die nicht mehr an Frauenwettbewerben teilnehmen will, als Weltmeisterin ablöste.

Mit welchem Schlag gewann sie als Weiße gegen die "in den Seilen hängende" Inderin Harika Dronavalli sofort?

Lösung aus Nr. 18:

Wie gewann Schwarz?

Nach dem Turmopfer 1...Txg2+! (nicht aber 1...Se3? 2.Td6+! mit Remis durch Dauerschach) 2.Kh1 Te2! brach alles zusammen – deshalb gab Weiß auf. Doch auch 2.Kxg2 Se3+ nebst 3...Sxd1 wäre völlig trostlos gewesen