Thees Uhlmann, Begründer der Hamburger Band Tomte, schrieb mit Der Tod, Sophia und ich einen Debütroman übers Abschiednehmen und Sterben. Weil die Dialoge aber recht schmissig sind, ergab sich eine heitere Bühnenadaption fast von selbst.

Stephan Möller-Titel spielt den Helden, milieuentsprechend in blauer Trainingsjacke, den eines Morgens der Tod (grandios dargeboten von Joseph Reichelt) heimsucht. Der Herr im schwarzen Anzug verkündet: noch drei Minuten, dann Exitus.

Dann klingelt die Ex-Freundin Sophia (Anjorka Strechel) an der Tür, und der Tod wird für ein paar Tage ausgesetzt. Zeit genug, um sich bei der Mutter (erstklassig: Hannelore Droege) zu verabschieden und auch Johnny (Moritz Holst), dem Sohn, den man seit Jahren nicht mehr sprach, Farewell zu sagen. So sieht der Startschuss aus für eine emotional aufrüttelnde Reise, in der das Missgeschick, das Glück und die verpassten Chancen einer Biografie deutlich werden.

Für Regisseur Hans Schernthaner bestand das Risiko, dem Thema mit allzu viel Humor den Biss zu nehmen. Doch jede Zote wird vermieden. Stattdessen ergänzen sich Emotionalität, Witz und Melancholie zu einer exzellenten Inszenierung. Das Stück begreift den Tod als Chance: für ein gelassenes Leben, das man in seiner Endlichkeit spontan genießen muss wie einen Popsong, einen von Tomte zum Beispiel.

Weitere Aufführungen am 6., 11. und 12. Mai, jeweils um 20 Uhr