Die Karriere an der Uni ist ein Hürdenlauf – und ein Glücksspiel. Würfeln Sie sich auf dem Weg zur Professur durch Drittmittelanträge und Familienplanung!

So geht’s:

Das Studium war ein Kinderspiel, der Erkenntnisdrang treibt Sie an. Klare Sache, Sie wollen Professorin oder Professor werden. Holen Sie einen Würfel und Spielfiguren. Würfeln Sie, und folgen Sie den Anweisungen der Karriere-, Entscheidungs- und Dilemmafelder. Es können mehrere Spieler auf einem Feld stehen; um das Zielfeld zu erreichen, benötigen Sie nicht die genaue Augenzahl. Versuchen Sie, über alle Hürden hinweg als Erster die Professur zu erreichen.

Karriere-Feld: Irgendwas ist immer ...

1: Schreibblockade, nichts geht mehr. Setzen Sie eine Runde aus.

2: Ihre Doktoreltern lassen Sie hängen, Sie sitzen allein vor Ihrer Arbeit und wissen nicht weiter. Ein Feld zurück.

3: Ihnen gelingt eine Publikation in einer renommierten Fachzeitschrift. Klasse, würfeln Sie noch mal.

4: Sie stürzen in eine Sinnkrise. Wissenschaft, was soll das alles? Setzen Sie eine Runde aus.

5: Sie bekommen ein Kind. Glückwunsch! Die Forschung bleibt allerdings auf der Strecke. Setzen Sie zwei Runden aus.

6: Ihr Vertrag an der Universität wurde verlängert, leider nur für sechs Monate. Sie müssen schnellstmöglich eine Anschlussfinanzierung finden und schreiben einen Drittmittelantrag. Ein Feld zurück.

7: Ihnen gelingt ein Durchbruch in Ihrer Arbeit, Sie schwelgen im Erkenntnisglück. Ziehen Sie drei Felder vor!

8: Jemand wirft Ihnen vor, Ihre Forschungsdaten gefälscht zu haben. Jetzt wird es eng. Würfeln Sie: Bei einer 2 ist Ihre akademische Karriere hiermit beendet; ansonsten schütteln Sie den Verdacht einfach ab.

9: Sie beginnen eine Affäre mit einem renommierten Forscher. Wo die Liebe hinfällt, nicht wahr? Der ein oder andere Vorteil springt allerdings auch dabei raus. Rücken Sie ein Feld vor.

10: Sie werden in ein Netzwerk junger Forscherinnen und Forscher aufgenommen; daraus ergibt sich eine internationale Konferenz. Macht sich gut im Lebenslauf! Drei Felder vor.

11: Ihre Universität will Sie unbedingt an sich binden und hat Ihnen den Tenure-Track angeboten, also eine frühe Professur auf Probe. Die anschließende Evaluation Ihrer Leistungen ist gut gelaufen, Sie werden entfristet. Wow! Rücken Sie vor bis zur Professur!

12: Ihr Forschungsgebiet erfährt große Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit; Sie geben Interviews und werden in ein Beratungsgremium berufen. Spitze! Für Forschung bleibt allerdings kaum noch Zeit. Zwei Felder zurück.

Entscheidungs-Feld: Jetzt heißt es hopp oder top!

1: Sie sind die erste Person in Ihrer Familie mit Hochschulabschluss. Schwierige Startbedingungen! In Deutschland nehmen nur 23 von 100 Nicht-Akademikerkindern ein Studium auf; unter den Akademikerkindern sind es 77 von 100. Sich mit einer Promotion zu etablieren kostet Zeit und Mut. Würfeln Sie. 4, 5 oder 6: Sie bekommen mit Stipendien und Mentoring gute Unterstützung; weiter geht’s. Ansonsten ist hier Schluss für Sie.

2: Sie waren die vergangenen zwölf Jahre in unterschiedlichen Positionen an einer Hochschule beschäftigt. Laut Wissenschaftszeitvertragsgesetz dürfen Sie nun nicht weiter angestellt werden. Würfeln Sie. 1: Sie werden arbeitslos. 2–4: Sie wollen den Wissenschaftsbetrieb nach all den Jahren nicht verlassen. Sie nehmen drei Lehraufträge an und überbrücken die unbezahlten Semesterferien mit Hartz IV. 5: Ihnen gelingt der Sprung in die freie Wirtschaft. 6: In letzter Minute wird Ihr Drittmittelantrag bewilligt, weiter geht’s.

3: Sie sind zu einem Vorsingen eingeladen, die Konkurrenz ist hart. Würfeln Sie. 1, 2, 3: Leider erhalten Sie eine Absage auf die Professur; einmal aussetzen. 4, 5: Sie landen auf einem Listenplatz, das gibt Ihnen immerhin seelischen Aufschwung; ein Feld vor. 6: Ziehen Sie vor bis zur Professur, Glückwunsch!

4: Sie sind eine Frau. Die Wahrscheinlichkeit, eine Professur zu ergattern, ist für Sie ungleich geringer als für Ihre männlichen Mitbewerber. Würfeln Sie. 4, 5, 6: Sie schaffen das, weiter geht es! 1, 2, 3: Leider ist hier Schluss für Sie. 5: Sie sind jetzt 45 Jahre alt und noch ohne Professur. Das durchschnittliche Erstberufungsalter liegt in Deutschland bei 41 Jahren. Das wird nix mehr, Sie haben sich verzockt. Würfeln Sie. 1–4: Sie halten sich mit Lehraufträgen gerade so über Wasser. 5–6: Sie können sich auf einen Verwaltungsjob an Ihrer Uni retten.

Dilemma-Feld: Alles ist relativ. Diskutieren Sie mit Ihren Mitspielern

1: Die Weiterfinanzierung Ihres Forschungsprojekts ist geplatzt. Um weiter promovieren zu können, müssten Sie wieder bei Ihren Eltern einziehen. Wollen Sie das?

2: Sie bekommen ein Stipendium angeboten, um ein Jahr an einer Elite-Uni in den USA zu forschen. Allerdings wurde gerade erst Ihr Kind eingeschult. Was machen Sie?

3: Die AfD will im Audimax Ihrer Universität über Geschlechterforschung diskutieren und lädt Sie auf das Podium ein. Sagen Sie zu?

4: Sie bekommen ein lukratives Angebot aus der Wirtschaft – kurz vor Abschluss Ihrer Habilitation. Annehmen oder weitermachen?

5: Schockiert stellen Sie fest, dass Ihr Kollege an einer Partnerhochschule Ihre gemeinsam erarbeiteten Forschungsergebnisse in einer Fachzeitschrift publiziert hat, ohne Ihren Namen zu nennen. Wie gehen Sie damit um?

6: Linksradikale Studierende besetzen wochenlang Ihr Institut und fordern mehr Diversity und Mitbestimmung. Wie deeskalieren Sie?

Spielbeginn

Sie wollen promovieren, und das muss finanziert werden. Würfeln Sie!

1, 2: Niemand will Ihr Promotionsprojekt fördern. Sie brauchen einen Nebenjob; geforscht wird am Feierabend und Wochenende. Rücken Sie ein Feld vor.

3, 4: Sie erhalten eine Mitarbeiterstelle an der Universität und damit vier Jahre Geld für Forschung und Lehre. Rücken Sie zwei Felder vor.

5, 6: Volltreffer! Sie bekommen ein Promotionsstipendium. Drei Jahre Geld nur für Ihre Forschung. Rücken Sie drei Felder vor.