Heiter, fast aufgekratzt sitzt er am Tag nach der Wahl im Café Flore mitten in Paris, er erklärt, gestikuliert, argumentiert mit dem ganzen Körper, scheint von unversiegbarer jungenhafter Energie zu sein. Die Leute mögen das offenbar. Ein älterer Herr, der am Nebentisch mit seiner Enkelin Erdbeeren mit Sahne isst, sagt ihm, wie sehr er ihn bewundere. Ein anderer Gast macht ein Foto. Sie stimmen mit seinen politischen Ansichten vielleicht nicht überein, es ist sogar sehr wahrscheinlich, aber sie scheinen ihn zu mögen. Die Sache ist: Dieser Mann schwärmt von Emmanuel Macron, aber er ist nicht Emmanuel Macron. Er ist Daniel Cohn-Bendit, Vertrauter des neuen Präsidenten und ein Unterstützer der ersten Stunde, der schon vor einem Jahr gesagt hat: Er wird es. Cohn-Bendit wurde nie in ein Regierungsamt gewählt, seit er im Mai 1968 der vorlaute Anführer der französischen Studenten war. Macron dagegen wurde gewählt. Gemocht aber wird er nicht.