In Zeiten, in denen man sich ernsthaft fragen muss, ob die Klimaerwärmung an genau einer Stadt auf der Welt vorbeizieht (haben wir wirklich schon Mitte Mai?!), ist es keine schlechte Idee, in Hamburg ein Fitnessstudio mit Schwitzgarantie zu eröffnen. Das Studio liegt in Eppendorf in der ehemaligen Ofenfabrik (wie passend), die Gründerin heißt Michaela Cordes-Rickmers (Ex-Frau von Reeder Erck Rickmers), und ihr Konzept nennt sich Hicycle (nein, das ist keine neue Form der Anrede unter Radfahrern).

Frau Cordes-Rickmers hat das Hicyceln aus New York mitgebracht. Es ist ein Sport, der zu Hamburg besser nicht passen könnte.

Alle Nutzer fahren Rad, nachdem nicht wenige von ihnen mit dem SUV zur Ofenfabrik gekommen sind. Sie strampeln stramm in protestantischer Arbeitsethik die Kilometer runter und sind dabei gänzlich bei sich, denn: Der Raum ist abgedunkelt, was zugleich effizient ist und für eine freundliche Umweltbilanz sorgt (die Umwelthauptstadt Hamburg gibt es wirklich!).

Selbst in den Umkleidekabinen wird einem Wunsch entsprochen, der in dieser Stadt weitverbreitet ist: Alle Duschen sind durch Milchglasscheiben voneinander getrennt, was für Diskretion und einen erfrischend anonymen Umgang unter den Hicyclern sorgt.