Einen Plattenspieler als heimlichen Mittelpunkt der Inszenierung hat es auf Münchner Bühnen zuletzt 1986 gegeben. Damals arbeitete, im Stresemann, Martin Benrath in Fülle des Wohllauts das nämliche Kapitel aus Thomas Manns Zauberberg hochelegant ab und ließ Aida, Carmen, Gounods Faust und Schuberts Lindenbaum-Lied spielen. Insofern knüpft der Regisseur Alvis Hermanis im Cuvilliés-Theater an eine große Tradition an, wenn zum ersten Mal die Nadel vom Dual-Gerät rumpelnd aufsetzt und das Vorspiel zu Wagners Lohengrin im Halbdunkel einer so hübschen wie gesichtslosen Wohnung aus dem Ikea-Katalog gleißen lässt.