Längst hat man sie mit namhaften Preisen überhäuft, und sie genießt den Erfolg. Aber ihr ist bewusst, dass diese Dinge sich auch wieder ändern können. "Ich kann sehr gut damit leben, auch mal nicht zu wissen, was morgen passiert", hat die Tochter eines U-Bahn-Fahrers und einer Krankenschwester in einem Interview gesagt.

Vor Jahren, als Schauspielerin am Anfang der Berufslaufbahn, sei es ja meist fraglich gewesen, ob und wann überhaupt neue Angebote reinkämen. Also jobbte sie als Kellnerin und erwarb sich einen Fundus an Menschenkenntnis, der ihr heute nützt. Denn das ist ihr Talent: in die unterschiedlichsten, oft bizarrsten Rollen zu schlüpfen. Mal drastisch daneben, mal tollpatschig anrührend, mal sexy – kein Charakter, kein Wesenszug scheint der schlanken Frau fremd. Und sie liebt, was sie tut: "Ich glaube ja, dass alles in einem steckt, in jedem von uns. Auch ein bisschen Wahnsinn [...], und dann ist es ein Geschenk, wenn du dich [...] auf solch einer Spielwiese austoben darfst."

Unverhofften Zuspruch erntet sie übrigens in China – dort hat sich eine Internet-Fangemeinde der Darstellerin etabliert. "Ich liebe diese verrückte Dame", schrieb eine Studentin. Was dazu führte, dass die Dame auf Einladung des Goethe-Instituts die Chinesische Mauer besuchen konnte. Womöglich ihr schönstes Verdienst: Sie hat es geschafft, das Stereotyp vom bierernsten "Schaffe, schaffe"-Deutschen ad absurdum zu führen.

Apropos: Wer hat je behauptet, die Chinesen seien konservativ und hätten keinen Humor?

Wer ist’s?

Lösung aus Nr. 19:

Kaiserin Maria Theresias dritter Sohn Leopold (1747 bis 1792) regierte von 1765 bis 1791 das Großherzogtum Toskana. Als Nachfolger seines Bruders Joseph II. 1790 zum Kaiser gekrönt, versuchte er die Substanz der Reformen zu erhalten, scheiterte aber mit wichtigen Vorhaben an der absolutistischen Bürokratie