Boris Spasski wurde Ende Januar 80 Jahre alt. Nach zwei Schlaganfällen im Rollstuhl, nach dem Scheitern seiner dritten Ehe in Paris ist er wieder zurück in der russischen Heimat, wehmütig auf viele Stationen seines bewegten Lebens zurückblickend. Ein Gescheiterter, weil mit seiner Niederlage im WM-Kampf 1972 gegen den Amerikaner Bobby Fischer, mitten im Kalten Krieg, die sowjetische Hegemonie im Schach zu Ende ging? Sicher nicht. Er war und ist der vielleicht sympathischste Weltmeister der Schachgeschichte, voller Humor und Herzenswärme, auch heute noch überall, nicht nur im heimischen Russland gemocht und verehrt.

Er war immer ein aufrechter Kämpfer, auch im Widerstand gegen das sowjetische Regime, welches er, schicksalhafte Paradoxie seines Lebens, gleichzeitig nach außen vertreten musste. Bis er sich schließlich in Frankreich niederließ und doch, wie so mancher Russe im Ausland, immer sehnsüchtig zurückblickte. In seiner Pariser Wohnung hatte er über der Wohnzimmertür ein Schild (auf Russisch) angebracht: "Dummkopf, lerne endlich Französisch!" Sein Englisch hingegen war immer vorzüglich.

Zu seinem 80. Geburtstag blickte er wortreich auf seine Anfänge zurück, als er mit neun Jahren magisch in den Bann des Schachspiels gezogen wurde und nie mehr davon loskam. Tja, Boris war und ist auch ein großer Erzähler!

Wie konnte er als Weißer beim Kandidatenmatch 1968 den Dänen Bent Larsen mattsetzen, obwohl dieser eine neue Dame zu bekommen drohte?

Lösung aus Nr. 19:

Welcher kombinatorische Schlag gewann für Weiß auf der Stelle?

Nach 1.Txh6! gab Schwarz schon auf, weil 1...Dxh6 2.Dxh6+ gxh6 3.Lf6+ Tg7 4.Lxg7+ Kg8 5.Txc7 einen Turm gewinnt und 1...gxh6 2.Lf6+ Tg7 3.Tf8+ Dg8 4.Dxh6 gar Matt ist