Während unsere Standardmedien in gewohnter Selbstgerechtigkeit stets dieselbe Häme über Donald Trump ausgießen, wartet die rechte Nachrichtenseite Breitbart mit einer bemerkenswerten Beobachtung über den US-Präsidenten auf: Donald Trump, heißt es in tiefer Sorge, rücke politisch immer weiter nach links. Vor allem seine Tochter Ivanka übe einen schlechten Einfluss aus und bringe ihn vom rechten Weg ab.

Tatsächlich sind die Anzeichen für einen Linksruck nicht zu übersehen. So bezeichnete Trump den von ihm entlassenen FBI-Chef Comey lediglich als Blender, Angeber und Effekthascher; vor seiner Linkswende titulierte er Gegner stets als Bimbo, Dummy oder Desaster. Eine Neigung zum Gutmenschentum zeigt sich auch in der Reaktion auf Nordkoreas Raketentests. Trump drohte Kim Jong Un weder den sofortigen Atomschlag an, noch nannte er ihn Heuchler, Clown oder ein Leichtgewicht, "das seine Mami anruft, um mich zu attackieren". Auch hormonelle Ursachen wollte er nicht für dessen Verhalten verantwortlich machen.

Selbst im Weißen Haus häufen sich Anzeichen für einen Linksruck, denn laut stern hat Trump die braunen Vorhänge im Oval Office durch rote ersetzen lassen. Gutmenschengesinnung beweist auch der Umstand, dass Trump darauf verzichten wird, seinen Biografen Michael D’Antonio in Guantánamo verhören zu lassen, nachdem dieser wahrheitswidrig behauptet hatte, der Präsident sei launisch wie ein Sechsjähriger.

Anders als unter Linken üblich, zeigt Trump selbst bei ernsten Themen Anflüge von zarter Ironie. So erklärte er, der einstige Präsident Andrew Jackson sei "sehr wütend über den US-Bürgerkrieg" gewesen, obwohl Jackson 16 Jahre vor Ausbruch des Krieges gestorben war. Humor beweist auch sein schöner Satz: "Selbst wenn man es bei Steuern einfach macht, bleibt es kompliziert." Auf die Frage, welche Wirtschaftspolitik er verfolge, antwortete Trump politisch korrekt, er pflege eine gute Beziehung zu Kanadas Premierminister Justin Trudeau und werde sich mit ihm für die Gleichberechtigung der Frau am Arbeitsplatz einsetzen.

Wie selbstkritisch Trump inzwischen mit sich und Amerika ins Gericht geht, beweisen auch seine Bemerkungen über Chinas Staatspräsidenten Xi Jinping. Dieser sei ein großartiger Bursche und regiere ein Land, das anders als die USA auf eine jahrtausendealte Geschichte zurückblicke. Als ultimativen Beweis für Trumps Unterwerfung unter den linken Zeitgeist werten Beobachter sein Ansinnen, Bundeskanzlerin Angela Merkel beim nächsten Treffen die Hand zu reichen.

FINIS