Heute lernen wir, wie man eine Gesichtspflegeserie entwickelt und einem gut verdienenden Zweipersonenhaushalt das Badezimmer vollräumt. Zum Start brauchen wir lediglich eine normale Creme. Eine Allround-Creme für alles. Ein einziges Produkt. Aus dem wir nun ganz viele machen werden.

Zunächst teilen wir unsere Creme auf in Tages- und Nachtpflege. Dann braucht man schon zwei Näpfchen. Sie verstehen das Prinzip? Gut, dann weiter. Natürlich muss die sensible Haut bei jeder Tages- und Nachtanwendung vor- und nachbereitet werden. Jetzt sind es schon sechs Näpfchen, Tiegel oder auch Tuben. Entwickeln Sie alles auch for men, damit unser Pärchen seine Finger nicht in dasselbe Näpfchen steckt, sondern sich gefälligst jeder von beiden was Eigenes kauft. Macht zwölf Produkte. Allmählich müssen die Drogerieketten Platz in den Regalen schaffen, was die Marke noch wichtiger wirken lässt.

Ein echtes Pflegeimperium entsteht jedoch erst mithilfe strategischer Planung. Stimmen Sie alle bislang vorhandenen Produkte auf individuelle Hauttypen ab. Bei vier Hauttypen macht das vier mal zwölf, also 48 Varianten. Achtung: Natürlich werden Kunden zunächst nur die Serie kaufen, die ihrem Hauttyp entspricht. Aber das gehört zum Plan. Nach einigen Monaten streuen Sie die Botschaft, dass sensible Haut ihren Typ ändern kann und ähnlichen Stimmungsschwankungen unterliegt wie der Mensch. Wer also schlimme Mimikfalten vermeiden will, sollte sicherheitshalber Serien für mehrere Hauttypen vorrätig halten. Sehen Sie, wie einfach das ist?

Jetzt müssen Sie nur noch Kurpackungen erfinden, die neben der täglichen Pflege einmal wöchentlich anzuwenden sind. Oder ein stimulierendes Tonikum. Entdecken Sie unterschiedliche Hautpartien im Gesicht. Erfinden Sie Essentials für die Reise, als kleine Größe zum großen Preis. Und dann dürfen Sie sich ein Bier gönnen. Ein gepflegtes natürlich.