Schon eine Viertelstunde plaudert der Obdachlose mit dem Bischof, der anscheinend keine Eile hat. Halb München hastet an ihnen vorbei, aber die beiden stehen im grauen U-Bahn-Tunnel am Sendlinger Tor so entspannt wie in der Sonne. Der Kleriker im weißen Kollarhemd. Herr Adamik mit schwarzem Hütchen, in der Hand die Obdachlosenzeitung Biss. Er sei der beste Verkäufer, schlage monatlich 1600 Exemplare los. Weil der Bischof beifällig nickt, setzt Adamik noch einen drauf: Er arbeite nie mit der "Mitleidsmasche", sondern unterhalte sich mit den "Kunden". Kommunikation: Das ist auch das Thema des Bischofs. Er will eine "kommunikative" Kirche, die nicht in sich verkrümmt ist, sondern aus sich herausgeht.