Erst im Akt der Selbstauslöschung erlebt Phädra, gespielt von Corinna Harfouch, so etwas wie Lust. Gerade hat sie Gift genommen, ihr können die Lebenden nicht mehr viel anhaben. Nun wirft sie ihren Körper gegen die Wände der Bühne, um sich, noch vor dem Tod, die Knochen zu brechen. Dabei entsteht ein Doppellaut: das Rumms des Aufpralls, dann das seidige Wischen, mit dem ihr Körper die Wand hinabrutscht. Immer wieder erzeugt Phädra dieses Geräusch, und wenn man die Augen schließt, klingt es, als breche sich eine einzige, wiederkehrende Welle an einer Felsküste.