Ende letzten Jahres kommentierte ich zusammen mit dem englischen Großmeister Stuart Conquest bei einem internationalen Schnellschachturnier in München. Es war das reinste Vergnügen.

Jetzt ahnte ich auch, warum das von Stuart seit Jahren nicht nur organisierte, sondern mit seiner sprühenden Tatkraft belebte Gibraltar Chess Festival zum stärksten und beliebtesten Open der Welt wurde. Dazu trägt sicher bei, dass sich die gesamte weibliche Weltelite dort ein Stelldichein gibt und die Männer herausfordert.

"Eine festliche Eröffnung mündet in eine "hinreißende Rocky Horror Picture Show samt Aufforderung zum Mitmachen: Put your hands on your hip ... und einem sonst schüchternen, hier aber entfesselt tanzenden Weltranglistendritten Fabiano Caruana" (so schreibt das Schach-Magazin 64), und bei der "Battle of Sexes" nimmt es ein Damenteam unter Anspielungen und Gelächter mit den Herren auf.

Aber natürlich geht es, bei allem Frohsinn, in vielen ernsthaften Turnierpartien zuallererst um Wertungspunkte und viele englische Pfund. Ja, Gibraltar am Südzipfel Spaniens ist (noch) eine britische Kronkolonie mit roten Briefkästen und warmem Bier in den Pubs!

Ein illustres Paar waren der französische Großmeister Laurent Fressinet und die stets fröhlich-quirlige Russin Valentina Gunina. Wie konnte Fressinet als Weißer kraftvoll gegen die Georgierin Lela Jawachischwili gewinnen?

Lösung aus Nr. 20:

Wie konnte Weiß trotz der drohenden Umwandlung des Bauern f2 matt setzen?

Nach 1.e6! drohte 2.Tf7 matt. Also 1...Txd5+! 2.Kh6!! (nicht aber 2.Sxd5? f1D oder 2.Kg6 Lh5+! – jeweils mit Remis bei bestem Spiel) Th5+ 3.Kg6! nebst Turmmatt auf f7