Zwei in einem Streit

der eine nicht mehr jung,

der andere vom alten Eisen,

die hatten einen Weg,

nahmen so manchen Stein,

der eine lieber rechts,

der andere liebend gerne links herum,

und auch der beständige Regen

war zusammen auszuhalten,

so sah man beide dem

gleichen Ziel streben,

insgeheim jeder jedoch stets

mit gegensätzlichen Wünschen und

Willkür in ihren breiten Herzen.

Zwei in einem Streit,

der eine mehr Kopf,

der andere weniger Herzmensch,

meisterten sie auch den weiteren Weg,

fanden aus so manchem Tal,

so schön für fern und nah,

bis der Horizont auf einmal Feuer fing,

und das Ziel ganz nah vor Augen,

fanden sie doch gemeinsam

nie mehr zusammen.

Ging sie so, für zwei erfolgreiche

Sommer lang,

die Geschichte von dem, der Gläser rückte,

und dem, der Worte schob,

bis das, was sie fürs Leben hielten,

so wichtig und noch bedeutender wurde,

sie für immer entzweite?

Zwei in einem Streit

und die Wand schreit:

Wer wohl am besten bliebe,

wer wohl am besten ginge

Roman Libbertz, 40, lebt in München, er ist Buchautor und schreibt für die ZEIT über Fußball