Dieser Tipp ist eher in Russland populär, wo Wodka ja als Allheilmittel angesehen wird. Wem das barbarisch vorkommt, der ersetze Wodka in Gedanken durch Franzbranntwein – der wird bei uns genauso als Hausmittel gegen allerlei Leiden empfohlen. Aber insbesondere bei fiebernden Kleinkindern ist das Einreiben damit nicht nur unwirksam, sondern sogar gefährlich.

Kleine Kinder haben schnell sehr hohes Fieber – da geraten manche Eltern in Panik. Hochprozentiger Alkohol verdampft schnell und kühlt so die Haut. Wird der Alkohol jedoch gleich großflächig verrieben, führt das leicht zum Frösteln. Der Körper bekommt ein Kältesignal – und heizt sich noch mehr auf. Das Fieber fällt nicht, es steigt.

Vor allem aber kann auch der äußerlich angewandte Alkohol in den Körper gelangen. Entweder durch die Haut oder über die Atemwege. Diese Mengen sind für Erwachsene kein Problem, können aber bei kleinen Kindern zu Vergiftungen führen. In der medizinischen Literatur gibt es zahlreiche Berichte über Kinder, die nach einer solchen Therapie ins Koma gefallen oder gar gestorben sind.

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