Die wunderschöne deutsche Sprache, in der sich der Kulturbeutel genauso heimisch fühlen darf wie der Kaffeedurst und das Kabuff, ist zu Wochenbeginn um einen Begriff reicher geworden: Ballermann-Nazis.

Zu verdanken ist dieser Zuwachs im Wortschatz einer Gruppe deutscher Wallfahrer, die zur deutschesten aller spanischen Inseln, Mallorca, pilgerten, um in der deutschesten aller spanischen tabernas, dem Bierkönig, den – ihrer Meinung nach – deutschesten aller deutschen Oberkörper zu huldigen: ihren eigenen. Beim Anblick all der Tattoos, die auf diese germanischsten aller Torsi passen – vom Hakenkreuz und Reichsadler über die Inschrift Hitler und einen Totenkopf bis zur Spielführerbinde der deutschen Nationalelf –, fragt man sich als Besitzer eines tattoofreien deutschen Durchschnittsoberkörpers unweigerlich: Wenn der Mensch nur noch aus Oberkörper besteht – was ist da mit dem Hirn passiert? Ist es dem Besitzer in den toten Kopf gerutscht – oder hat da jemand empty reintätowiert?

Wir sind jedenfalls dafür, dass die Ballermann-Nazis jetzt andere schöne deutsche Worte kennenlernen. Dingfest gemacht zum Beispiel. Oder auch Karzer. Und vor allem: al instante.