Geschichte, Geografie

Der berühmteste aller Jordanier, der britische Offizier T. E. Lawrence, auch bekannt als Lawrence von Arabien, hat Asrak gleich doppelt unsterblich gemacht: historisch, als er sich im Winter 1917 in der Festung der Stadt mit dem Emir Feisal traf und die beiden beschlossen, von hier aus die Osmanen aus Syrien zu vertreiben; literarisch, weil keine Passage in Lawrence’ Memoiren poetischer ist als jene, die er im Dauerregen von Asrak verfasste: "Wir träumten uns in den Geist dieses Ortes: Belagerungen und Feste, Raubzüge, Morde und Liebeslieder."

Asrak liegt an einer Oase mitten in einer Geröllwüste, etwa 110 Kilometer östlich von Amman. Die syrische und die saudische Grenze sind nur ein paar Dutzend, die irakische etwa 240 Kilometer entfernt. Asrak hat etwas über 10.000 Einwohner, von denen rund die Hälfte Drusen sind, einen Kreisverkehr, zwei Ampeln sowie eine Vielzahl gut getarnter Betonhügelchen auf seinen Straßen, die dafür sorgen, dass man entweder langsam oder mit kaputtem Auto fährt.

Asrak ist sicher und politisch stabil. Nur halt etwas klein und provinziell. Und staubig. Aber dafür charmant. Na gut, rustikal. Das Mobilfunknetz ist echt okay.

Essen

Wir empfehlen das Restaurant Riyadh, das sehr nahe an der Luftwaffenbasis liegt. Geschäftsführer Hatem Alawar hat Erfahrung mit westlichen Soldaten: Die Amerikaner, von denen um die 1.000 auf der Basis stationiert sind, gehen hier ein und aus. "Sie mögen die Rippchen, den Grillteller und das Kebab", verrät der Gastronom. Ein Kilogramm Rippchen kosten 18 Dinar, also 23 Euro. Normalerweise reicht das mit Hummus, Salat und Brot für drei Männer. Aber Alawar kennt US-Soldaten, die zwei Kilo Rippchen für sich allein bestellen. Sollten Sie im Riyadh einen Tisch reservieren, müssen Sie also nicht schüchtern sein. Alawar freut sich schon auf Sie: "Herzlich willkommen in Asrak, die Grillteller stehen bereit", lässt er ausrichten. Pssst: Wenn Sie freundlich fragen, liefert das Riyadh auch in die Basis. (Die Nummer kann die ZEIT vermitteln.)

Asrak in Jordanien © Schellhorn/epd-bild

Eine Alternative wäre das Azraq Palace, wo angeblich Heineken ausgeschenkt wird und die traditionelle makluba – Reis mit Huhn und Gemüse – gut sein soll. Aber wir konnten dies nicht verifizieren, da der Laden gerade wegen Ramadan tagsüber geschlossen war. Ansonsten gilt die Faustregel: Wenn draußen ein gehäutetes Schaf hängt, ist es kein Schlachter, sondern ein Restaurant.

Trinken

Alkohol kann aufgetrieben werden. Die Amerikaner bekommen ihn in die Basis geliefert, gewiss arbeitet die Bundeswehr an einem ähnlichen Deal. Bei den Amis gilt die Drei-Drinks-Regel, danach bekommen sie nichts mehr. Also auf der Basis. Im Ort gibt es jedoch Leute, die bei Schnaps-Sperre helfen können (Nummern kann die ZEIT vermitteln).

Darf man das Leitungswasser trinken? Tun Sie es lieber nicht. Tee: "sugary as fuck", also "äußerst süß" (frei übersetzt), wie ein US-Soldat berichtet. Genau so, wie man ihn in dieser Region am liebsten trinkt.