Ausgerechnet auf den Ohlsdorfer Friedhof soll eine Kita ziehen. Mehrere Kapellen stehen leer, das Geschäft mit dem Tod läuft nicht mehr so prächtig, also werden Räume der Trauer zu Räumen für Tagungen umfunktioniert. Und weil das auch nicht reicht, sollen nun eben die Kleinsten die Zukunftssorgen der Totengräber lindern.

Was auf den ersten Blick wirkt wie die Idee derangierter Stadtangestellter, die beim Brainstorming zum Thema Zweitverwertung von Gedenkstätten allen Sinn für Pietät verloren haben, erweist sich als stimmiges Konzept.

Friedhöfe. In dieser Umgebung kann man sicher sein, dass sich kein Anwohner über den Lärm beschwert.

Die Kinder gewöhnen sich schnell daran, dass sie in einer vergreisenden Gesellschaft aufwachsen.

Die Nähe zu Omi bleibt auch über den Tod hinaus bestehen.

Und von klein auf wird man mit einer Wahrheit des Lebens konfrontiert: Alles kehrt wieder. Denn jeden Morgen, wenn die Kleinen zur Kita gehen, lesen sie auf den Grabsteinen die Namen ihrer Spielkameraden: Mathilde, Käthe und Gustav.