Tweet, Tweet, Tweet. Ausgerechnet in Zeiten des explodierenden Spätkapitalismus ist eine klinisch bedenkliche Unterversorgung mit Buchstaben eingetreten. 140 Zeichen können einen zwar zum Kreischen oder Kotzen bringen, aber, wie sich jetzt zeigt, die Welt nicht wirklich erklären, oder was soll man sagen zu Tweets wie diesem @realDonaldTrump – "Schon gemerkt, dass wir keine Debatte über Gewehre haben? Weil sie jetzt Messer und Trucks benutzen!" Besser, man sagt nix. Abtauchen. Weshalb wir uns so auf die Bücher des Herbstes freuen. 90.000 Titel! So viele!

Ein Blick in die Kataloge der Verlage, und man kommt nicht umhin, zu merken, wie viel Mühe von Lektoren, Verlegern, Herstellern in Titel, in Untertitel und Werbezeilen reingesteckt wurde, und wie viel davon wieder rauskommt, wie Loriot es gesagt hätte. Kleiner Soundcheck dieser Fuge aus Versprechen, Drohungen, Wahnsinn:

Spätes Glück mit Gassibeutel. Weihnachten geht mir auf die Nüsse. Megahard, knallspannend. Welche Blume ist das? Die Mutter, die ihre Vergangenheit verbirgt. Liebe, Mut, und die Magie der Wildnis. Ein Mann, eine Krise, eine Reise. Ein Buch wie ein Faustschlag. Der Sommer versprach schön und langweilig zu werden. W. benutzt das Florett wie einen Vorschlaghammer. Hessen zuerst. Fünf Dinge, die Pferde uns über das Leben lehren. Reiten erschreiten. Cambridge 5. Harte Tage, gute Jahre. Kein Dach über dem Leben. Pralinen vom roten Stern. Feiertag! Gummizoo macht Kinder froh. Tote Jäger schießen nicht. Meine Süße liebt Gemüse. Wirklich? Vorwärts küssen! Die nackte Wahrheit über das Frausein. It’s all true. Die Karriere-Sau. Der Aufstieg des Mittelfingers. Planet Planlos. Lustlos. Wie der Wind und das Meer. Gibt es Geisterschiffe wirklich? Chillen unterm Sorgenbaum. Kinder aus der Klemme. Halali.