Fast so endlos wie das All klingt die Liste der "Services", mit denen die US-Firma Axiom Space ein orbitales Labor finanzieren will: Weltraumtouristen, industrielle Fertigung, Auftragsforschung, Fremdastronauten. All das soll auf der ersten kommerziellen Raumstation möglich sein, die "ein privatwirtschaftlicher Nachfolger" der Internationalen Raumstation (ISS) werden will.

Das klingt nach big space business und großen, ja kosmischen Gewinnen. Jedenfalls scheint es die Grundannahme dieser Firma, sozusagen ihr Geschäfts-Axiom zu sein, dass Geld im All wartet. Nun aber erklärte einer ihrer Macher – zu denen eine Reihe früherer Nasa-Astronauten, -Ingenieure und -Manager zählen –, man könne sich auch gut Sponsoring für einzelne Bauteile oder Werbeaufnäher auf Raumanzügen vorstellen. Was dann doch eher nach Kleingeld klingt.

Der Zeitplan ist dabei optimistisch. Vom Jahr 2020 an soll die Axiom-Station an die ISS angebaut und irgendwann zwischen 2024 und 2028 von dieser abgekoppelt werden. Dann nämlich soll die ISS nach aktueller Planung aufgegeben werden und verglühen. Wird sie das auch? Es wäre zumindest nicht völlig abwegig, wenn vorher irgendein Tech-Milliardär das All zum Investieren entdecken und die gebrauchte ISS kaufen würde. Sozusagen als Mutter aller Privatstationen.