"Mathe kann glücklich machen", behauptet der Mathematikprofessor Christian Hesse. Das glaubt nicht jeder, mag auch Hans Magnus Enzensbergers Buch Der Zahlenteufel ein Bestseller mit einer Auflage von drei Millionen geworden sein.

Darin hasst der kleine Robert alles, was mit Mathe zu tun hat, bis er schließlich seine Angst verliert. Doch nun setzte Hesse in der Süddeutschen Zeitung mit einer geharnischten Kritik am Matheunterricht nach: "Wir brauchen in den Schulen mehr Gauß und weniger Goethe. Wir brauchen mehr Daten-Kompetenz und weniger Dativ-Kompetenz."

Daran wird sein Mathe-Gewährsmann Enzensberger vermutlich schon knabbern, mag Goethe auch seinerseits, wie viele Romantiker, Zahlen nicht gemocht haben.

Nun ist Hesse freilich nicht nur aus tiefstem Herzen von der Mathematik überzeugt, sondern auch ein leidenschaftlicher und guter Schachspieler, der in seinem populären Mathe-Blog auf ZEIT ONLINE (als Buch Math up your life!) den Satz des Pythagoras schon einmal anhand des Schachbretts und die Schönheit der (Schach-)Geometrie anhand einer schier unglaublichen Studie von Richard Réti (der übrigens die Mathematik zugunsten des Schachs aufgab) aus dem Jahr 1921 erläutert.

Scheinbar ist Weiß rettungslos verloren, kann sein König den schwarzen Bauern nie und nimmer aufhalten, während sein eigener Bauer eine leichte Beute des schwarzen Königs wird. Jedoch die (Diagonal-)Geometrie! Wie hält Weiß am Zug remis?

Lösung aus Nr. 24:

Welch herrlicher (Opfer-)Zug gewann für Schwarz?

Nach der Springerattacke 1...Se5! war Weiß rettungslos verloren, weil die Annahme des Damenopfers mit 2.Dxh5 am Zweispringermatt 2...Sd3 scheitert und auch 2.Tg1+ Kh8 das Ende nur verzögert