Es ist ein unscheinbarer Ort, an dem Yanis Varoufakis die Revolution in Europa plant – und sein Comeback als Politiker. Seine Bewegung DiEM25 hat in einer Athener Seitenstraße Quartier bezogen; an den Wänden hängen Plakate, darauf ein grimmig guckender Varoufakis, der gegen die Abschottung Europas wettert und für mehr Transparenz in der Politik wirbt. Vor Kurzem hat er ein Buch veröffentlicht ("Adults in the Room", Bodley Head), in dem er auf mehr als 500 Seiten seine fünf Monate als griechischer Finanzminister seziert – und seine Auseinandersetzungen mit den anderen europäischen Finanzministern bis zu seinem Rücktritt im Juli 2015. Es ist eine lesenswerte Enthüllung, auch wenn sich Varoufakis darin als tapferer Held darstellt, der im Dienste der Wahrheit steht. Ganz so einfach ist es am Ende nicht – genauso wenig wie der Lebenslauf, den Varoufakis in den kommenden anderthalb Stunden auf ein Stück Papier malen wird.