Es gibt jetzt ein Katzencafé in der Schanze, dort laufen sechs Exemplare frei herum, und die Gäste dürfen sie streicheln, aber nur wenn die Tiere mitmachen.

Die Zielgruppe des Cafés sollen Menschen sein, die wenig Zeit haben, sich aber dennoch ein Haustier wünschen. Das Café ist sozusagen eine Datingzone für Menschen und Tiere, wobei die Menschen eher eine Affäre wollen, und die Katzen, nun, man weiß das nicht so genau.

Wie ist das wohl für eine Katze, die sich an einen Besucher gewöhnt hat, irgendeinen vom Burn-out gequälten Yuppie, der jeden Donnerstag dankbar eine halbe Stunde vor sich hin krault? Will man so einen eintauschen gegen einen nervösen Streichler, der eigentlich nur Interesse an seinem iPhone hat? Die meisten Leute sind aufgrund exzessiven Smartphone-Gebrauchs sowieso eher Wischer als Krauler. Über eine Katze drüberwischen, das kommt sicher nicht gut, und irgendwelche Stellen aufziehen oder wegklicken geht auch nicht.

Laut Cafébesitzerin sollte man in den ersten Wochen unbedingt reservieren. Heißt das, man reserviert eine Katze oder einen Sitzplatz? Wenn man eine Katze reserviert, also, das hat einen Beigeschmack. Ist Mandy da? Nee, die hat schon einen Kunden. Aber Sie können Lizzy eine Milch spendieren.

Hunde darf man nicht mitbringen, das ist typisch. Man muss sich das Ganze mal versuchsweise umgekehrt denken, was da los wäre. Wenn das ein Hundecafé wäre, und die Katzen dürften nicht rein. Die Leute würden Sturm laufen. Aber auf dem linken Auge ist die Stadt eben blind. Sorry, verschrieben. Auf dem Katzenauge.