Bereits zum neunten Mal fand in der Pfennigparade in München, einer großen Einrichtung für Schwerbehinderte, das alljährliche Turnier "Geistesblitz und Taktikwitz" statt.

Wenn man sieht, wie viele der Teilnehmer trotz schwerster Behinderungen und Lähmungen aufgrund von Schlaganfällen, Unfällen, Sauerstoffmangel bei der Geburt oder neurologischen Erkrankungen tapfer ihr Leben im Rollstuhl meistern, wenn man sieht, wie eine Teilnehmerin, im Rollstuhl liegend, zwar nicht selbst die Züge ausführen, sondern sie nur einem Assistenten angeben, aber dennoch mit einem Stab im Mund die Schachuhr bedienen kann, mit der Zunge einen kleinen Bildschirm vor ihren Augen rauf- und runterscrollt und schließlich die Damenwertung gewinnt, so ist man voller Hochachtung für diese Menschen jeden Alters und gleichzeitig dankbar, ziemlich gesund durchs Leben gehen zu dürfen.

Den trotz logistisch aufwendiger "Rochaden" der Rollstühle beim Rundenwechsel weitgehend reibungslosen Turnierablauf ermöglichte einmal mehr zuallererst die Münchner Schachstiftung mit ihren Helfern, unterstützt vom Spiritus Rector Werner Schwarz, der, selbst schwerbehindert, mit seiner Freundlichkeit und Übersicht alles mitorganisierte und -leitete.

Mit welchem "Geistesblitz" und "Taktikwitz" konnte der Turniersieger Thomas Pollauf als Weißer dem jungen Vorjahressieger Kadir Özden nachweisen, dass dessen Königsstellung (zu) verwundbar war?

Lösung aus Nr. 31:

Wie eroberte Schwarz überraschend die weiße Dame?

Nach 1...Txc1! 2.Tb1xc1 Sf6! war die Dame verloren. Gleich 1...Sf6 wäre indes an 2.Dg5 gescheitert. Natürlich waren auch 2.Lxe4 Txf1+ 3.Txf1 dxe4 oder 2.fxe4 Tf8xf1+ 3.Lxf1 Txb1 hoffnungslos