Spülmittelhersteller haben es auch nicht leicht. Verdammt zu ständiger Innovation, müssen sie ein längst ausentwickeltes Produkt immer und immer wieder neu erfinden. Denn die wenigen Menschen, die heute noch von Hand spülen, verlangen andauernd noch bessere, entkrustendere oder fettlösendere Varianten. Dieser Eindruck drängt sich jedenfalls auf, wenn man sich im Drogeriemarkt umschaut. Wo Leserin Rieke A. aus Hamburg eine Flasche Pril mit "Anti-Fett Magnet" entdeckte.

Magnete kennen Sie vielleicht vom Kühlschrank. Klack!, hängt er dran, und wer Pech hat, bricht sich eher den Fingernagel ab, als dass er ihn wieder runterbekommt. Man könnte also annehmen, dass ein "Fett Magnet" im Spülmittel das Fett anzieht. Wobei Fett im Übrigen nicht eisenhaltig ist. Sollten sich Ihre ungespülten Bratpfannen über Nacht nach Norden hin ausrichten, hat das andere Gründe. Aber das ist ja nur eine Metapher.

Zurück zum Thema. Das Wort "anti", also "gegen", deutet darauf hin, dass es sich bei der Pril-Innovation um einen Gegen-Fett-Magneten handelt. Nicht Gegenfett, sondern gegen Fett. Nicht dafür. Sie verstehen schon. Ist aber auch egal, weil dadurch zwei Probleme entstehen. Wenn sich – erstens – Magnet und Fett anziehen, könnte es passieren, dass der Magnet am Ende gemeinsam mit dem Fett an der Pfanne hängt, und dann sind Sie keinen Schritt weiter. Verzweifeln sollten Sie aber erst, wenn Sie sich – zweitens – an die Sache mit der Polung erinnern. Die ist bei Magneten bekanntlich nicht ganz unwichtig und kann bei falscher Anwendung dazu führen, dass das Fett abgestoßen und noch stärker an die Pfanne gedrückt wird als vorher. Beide Varianten führen zu einer Produktenttäuschung.

Ebenso gut könnten Sie ein Spülmittel mit Dreifach-Turboentkruster oder jeder anderen Innovation verwenden. Oder heißes Wasser. Und sollte trotzdem noch was hängen bleiben, müssen Sie einfach etwas fester rubbeln.