Aufstieg

Sein neuer Trainer ist ein Champion. Sieger des Sandplatz-Turniers von Roland-Garros, ehemaliger Weltranglistenerster. Wer ein Star sein will, muss von den Besten lernen – und am besten den Besten gleich zeigen, was man drauf hat.

Das hat Alexander Zverev getan.

Am Sonntag gewann der Hamburger gleich das erste Turnier, bei dem er von Ex-Champion Juan Carlos Ferrero betreut wurde. 6 : 4, 6 : 4 siegte er im Finale von Washington gegen den Südafrikaner Kevin Anderson. Es war der fünfte Turniertitel, den sich Zverev holte. Der vierte in dieser Saison. Eine überragende Bilanz für den 20-Jährigen, der das Tennisspielen als kleiner Junge beim Uhlenhorster HC lernte.

Seit einigen Jahren gilt Zverev als der kommende deutsche Tennis-Star. Es ist an der Zeit, aus diesem Satz das "kommende" zu streichen. Zverev hat sich in der Weltrangliste nach oben gekämpft, er steht auf Platz acht. Alle Sportler vor ihm sind älter, die meisten um die dreißig. Viele hat er auf dem Platz schon geschlagen.

Der Name Zverev ist derzeit die größte Verheißung im globalen Tennisgeschäft. Er steht für brachialen Service, große Fitness und präzise Schläge von der Grundlinie. Damit ist er schon weit gekommen. Noch nicht weit genug.

Im Tennis gibt es die vier großen Turniere, sie bilden den sogenannten Grand Slam. In diesen Turnieren, die jedes Jahr in Melbourne, Paris, London und New York ausgetragen werden, ist Zverev einmal bis ins Achtelfinale gekommen. Das war im Juli, in Wimbledon. Er verlor in fünf Sätzen das Match gegen den Vorjahressieger Milos Raonic. Das Ganze dauerte drei Stunden und 23 Minuten. Jetzt will Zverev mehr.

Das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres findet Ende August in New York statt, in Flushing Meadows. Gespielt wird auf Hartplatz, wie in Washington, wo Zverev gerade gewann. Zverev ist kein Außenseiter mehr. Er hat die Kategorie gewechselt. Er ist jetzt ein "Geheimfavorit".

Sollte Zverev einen der großen Champions wie Roger Federer oder Novak Đoković schlagen, könnte er zum ersten Mal in einer illustren Runde starten: Jede Tennis-Saison wird mit einem Turnier beendet, das sich ATP World Tour Finals nennt. Es ist das härteste Kräftemessen, nur die Besten der Besten dürfen dort antreten. Ob man zu den Besten gehört, ergibt sich aus den Punkten, die man als Profi während des Jahres für die Weltrangliste gesammelt hat.

Starten dürfen die ersten acht. Derzeit wäre Alexander Zverev dabei.