Sensationelle Preise prägen das Bild vom Kunstmarkt, und das obwohl die allerwenigsten Transaktionen sich in Millionen-Dollar-Regionen abspielen. Die wenigen hochpreisigen Deals bestimmen zunehmend die Ergebnisse der größten Auktionshäuser. Die Hälfte der Erlöse der Auktionshäuser kommt nur von einem Prozent der versteigerten Künstler, das geht aus dem Bericht The Art Market hervor. Bei Sotheby’s sorgte jüngst ein Bild von Jean-Michel Basquiat mit 110 Millionen US-Dollar für mehr als ein Drittel des Umsatzes der gesamten Auktionen eines Abends mit insgesamt 50 Posten.

Auch im Kunsthandel geht die Schere auseinander: So wird seit 2009 immer weniger Kunst im Wert von bis zu 250.000 Dollar verkauft, Galeristen mit einem Umsatz von mehr als 50 Millionen Dollar hingegen steigerten ihre Einnahmen 2016 sogar um 19 Prozent. Der Kunstmarkt ist in diesen Sphären ein Spielplatz für Milliardäre. Experten schätzen, dass nur etwa 140 Sammler weltweit überhaupt infrage kommen, um 50 Millionen Dollar für ein einzelnes Kunstwerk auszugeben. Bei Werken über 20 Millionen Dollar sind das 300 Menschen, und etwa 1.000 Sammler könnten sich Kunst für über fünf Millionen Dollar leisten.

Auf diese wenigen Reichen schielt eine ganze Industrie: Rund 2,7 Millionen Menschen sind weltweit im Kunsthandel beschäftigt, dazu kommen 287.000 Mitarbeiter in Auktionshäusern.