An den Eingängen zu den Festspielhäusern wurden diesen Sommer Schilder angebracht, die das Mitführen von "scharfen oder spitzen" Gegenständen sowie von "Waffen" untersagen. Das liest sich, als sei es früher ausdrücklich erwünscht gewesen, Waffen und entsprechende Gegenstände bei sich zu tragen, auf dass es drinnen, im Parkett und auf der Bühne, ein Hauen und Stechen gebe um die Kunst und um die Frage, was sie soll und darf. Gab es in Salzburg auch, ist nur schon länger her, und die Hoffnungen, die nach einer mehrjährigen Dürreperiode im Musiktheater auf dem neuen Intendanten Markus Hinterhäuser ruhen, wollen alles auf einmal: den radikalen Aufbruchsgeist à la Gerard Mortier, Glamour und Bling-Bling, Sängerstars, zufriedene Wiener Philharmoniker – und Antworten auf die Frage, wie ein internationales Kunstfest sich gesellschaftlich verorten will, dessen Tickets so viel kosten wie ein deutscher 450-Euro-Jobber verdient.