Vor Jahren habe ich in dieser Kolumne schon einmal über den Serviervorschlag geschrieben. Diesen klein gedruckten Hinweis auf den Lebensmittelpackungen, bei dem sich jeder normale Mensch fragt, ob das für so profane Lebensmittel wie Käseaufschnitt wirklich nötig ist oder ob sich der Hersteller damit nicht bloß vor Schadensersatzklagen wütender Kunden schützen will, die irrtümlich angenommen haben, dass die Packung außer den Käsescheiben auch Kühe, einen Bergbauern, die Alpen und einen kompletten Bauernhof enthält. Man kann ja nie wissen.

Es gibt komplexe gesetzliche Vorschriften zu dem Thema, aber um die geht es diesmal nicht. Wichtiger ist, dass die Serviervorschlagdebatte nun um einen neuen Aspekt ergänzt werden kann. Mein Kollege Thomas W. machte mich darauf aufmerksam. Er hatte zuvor bei Rewe einen Fertigsmoothie der Hausmarke gekauft. Sie wissen schon, das sind diese pürierten Früchte für hippe und/oder zahnlose Zeitgeister. Auf der Packung stand das Wort "Serviervorschlag", was sich auf die ebenfalls abgebildeten Bananen, Äpfel und Pfirsiche bezog. Und das hat wirklich eine neue Qualität: Den Bergbauernhof, auf dem die Milch für den Scheibenkäse gemolken wurde, kann ich mit etwas Glück ja noch ausfindig machen, um dort zu picknicken. Das Obst aus dem Smoothie müsste ich freilich erst wieder zusammensetzen – was bei einem pürierten Mixgetränk eine recht anspruchsvolle Aufgabe wäre.

Eine schöne Idee für Menschen, die gerne puzzeln oder die ihre Kinder während einer langen Autofahrt in die Ferien beschäftigen möchten. Ein gesunder Spaß für die ganze Familie. Und sagen Sie nicht, so etwas sei unrealistisch. Seit ich mal in einem Fachblatt der Fleischbranche etwas über "restrukturierte Steaks" gelesen habe, weiß ich, dass man alles wieder zusammensetzen kann. Wirklich alles.