Die Wahl lässt einen nicht los, auch nicht im Urlaub. In den Cevennen muss ich aber jetzt schon entscheiden: Wandern oder Canyoning. Das ist auch nicht anders als: Merkel oder Schulz.

Ich pflege jetzt seit zwölf Jahren mein Hobby Wandern. Um mich herum haben viele anderes ausprobiert – Paragliding, Segeln, Tauchen –, und manches ist dabei zu Bruch gegangen, vom Schienbein bis zur Ehe. Wenn ich mich umschaue in der Welt, kann ich nur sagen: Mir geht’s mit dem Wandern doch prima: Alle Knochen sind heil, und ich bin immer noch mit der gleichen Frau verheiratet.

Um Canyoning gab es einst einen Hype, doch der ist wieder verflogen. Weil Canyoning einem auch Abseiling, Abklettering, Springing, Rutsching, Schwimming und sogar Tauching anbietet, sodass man gar nicht genau weiß, worauf es dem Canyoning eigentlich ankommt. Zumal sich das Wandern so modernisiert hat, dass es vom Schluchting kaum noch zu unterscheiden ist.

Anderseits: Wenn das Wandern immer signalisiert "Das kann ich auch", dann ist das nicht weniger als ein Anschlag auf die Spaßgesellschaft. Bei der Wahl zwischen Wandern und Canyoning kann es nur eine Entscheidung geben: un verre de Muscat.