Seit der Finanzkrise wächst die Wut auf die Geld-Elite. Die schottet sich weiter ab.

Zehn Jahre ist es her, dass die Studenten der European Business School ihren Abschluss feierten. In Ballkleid, Smoking und begleitet von den Worten des Schulgründers: "Dieses Land wartet auf Sie. Dieses Land braucht Sie. Sie sind zu denen gehörig, die dieses Land in zehn oder zwanzig Jahren bestimmen und regieren." Eine Rede, die den Stolz formulierte, zur Elite zu gehören.

Der Abend war der Abschluss einer langen Recherche, dort, wo die Einflussreichen ausgebildet werden. Das Ergebnis dieser Arbeit war mein Buch Gestatten: Elite.

Seither hat sich viel verändert: Im Sommer nach dem Fest erschütterte die Finanz- und Wirtschaftskrise die Welt. Es folgten Bankenrettungen, Schuldenkrisen und terabytegroße Leaks aus Steueroasen.

Die Elite habe versagt, lautete die Begründung für das Desaster. Gekoppelt an eine Forderung: Wo Gier war, solle nun Verantwortlichkeit einziehen. Aber deckt sich dieser Blick von außen mit dem von innen? Was ist aus den Schülern von damals geworden? Was aus ihren Institutionen? Und was aus dem Stolz, zur Elite zu gehören?

Vor zehn Jahren war meine Suche einfach: Ich pinnte die Namen von Schulen und Universitäten, die von sich behaupteten, Elite auszubilden, auf eine Deutschlandkarte und zog los. Die Schüler und Studenten waren offen. Ich fragte, sie antworteten.

Als ich sie jetzt erneut um Gespräche bat, war alles anders. Die Schüler von einst sind erwachsen geworden und beherzigen die zentrale Regel der Einflussreichen: untereinander vernetzen, nach außen dichthalten. Sie schrieben aus München, Frankfurt, Gütersloh und New York: "Wie schön von Dir zu hören. Aber noch mal reden? Ich weiß nicht. Die Firma hat das nicht so gerne. Würde es mir nicht eher schaden als nützen?"

Vielleicht haben sie sogar recht. Es könnte ihnen eher schaden, mit einer Journalistin zu reden. Nicht nur weil ich kritisch über sie schreiben könnte und das Wort "Elite" heute einen negativen Beigeschmack hat – auch weil meine einstigen Gesprächspartner in Positionen gelangt sind, in denen zu viel Öffentlichkeit nicht hilfreich ist.

Zwar sind sie längst noch nicht, wie an jenem Abend in Mainz prognostiziert, jene, "die das Land bestimmen und regieren". Aber sie haben die ersten Stufen der Karrierestiege erklommen und sind jetzt da, wo man in ihrem Alter sein muss, im oberen Management, Träger von imposanten Titeln:

Senior Associate for Mergers and Acquisitions bei einem großen deutschen Konzern. Global Product Manager bei einem Technologieunternehmen. Principal bei einer der größten Unternehmensberatungen. Wealth Manager bei einer großen deutschen Bank.

Einer lebt in Manhattan. Ich sehe ihn auf einem Foto im Frack bei einem der großen Bälle der New Yorker Society. Ein anderer gibt im Anzug in einem Video Karrieretipps: "Always try to leave your comfort zone." Mach es dir nie bequem. Und: "Try to go to a boarding school." Besuche ein Internat. So wie er damals, der Schüler in Salem war. Nur einer schreibt mir schließlich: "Gern können wir reden. Vereinbare doch mit meiner persönlichen Assistentin einen Termin."

Bis es so weit ist, fahre ich an die Orte, die ich damals besucht habe. Die können sich nicht verweigern. Ich starte im Rheingau, an der European Business School. An der Idylle hat sich nichts geändert: das blaue Band des Rheins, das Grün der Weinreben, das Braun des Schlossturms vor dem tiefblauen Himmel. Es ist Info-Tag, "Entdecke BWL" heißt das Programm. Ein gutes Dutzend Schüler und ihre Eltern sind gekommen, manche Teenager in Anzug und mit Einstecktuch. Gemeinsam prüfen sie das Angebot, das die Uni ihnen macht und das auf Folien und Flugblättern angepriesen wird. Es ist ein Angebot, wie es sich die Bildungspolitik für die staatlichen Universitäten erträumt. Internationalität mit "240 Partneruniversitäten". Persönliche Coaches für jeden Studenten. Soft-Skill-Kurse zur Entwicklung der Führungspersönlichkeit. Und vor allem ein Netzwerk aus "200 Unternehmenspartnern".

Die Preise haben unter der Krise nicht gelitten: 42 000 Euro Gebühren kostet das dreijährige Bachelorstudium. Dafür verdienen schon die Bachelorabsolventen beim Jobeinstieg 56 000 Euro, angeblich bis zu 44 Prozent mehr als Absolventen staatlicher Universitäten.

Immerhin eine Spur hat die Krise hinterlassen: Es wird nun auch Ethik gelehrt, und wer möchte, kann mit seinem Abschluss einen Eid auf die Prinzipien des ehrbaren Kaufmanns ablegen. Aber das sei nur eine freiwillige Veranstaltung einiger Studenten, sagt die Hochschule auf Nachfrage.

In Wittenberg treffe ich einen Mann, der mir auch schon vor zehn Jahren Wegweiser war, den Elitenforscher Michael Hartmann. Sein Fazit damals: "Das Elternhaus beeinflusst den Zugang zur deutschen Elite ganz direkt." Und heute?

Hinter den Schulmauern wird rotwangig Hockey gespielt

Michael Hartmann ist inzwischen emeritiert. Zur Ruhe gekommen ist er nicht. Er hält Vorträge und forscht weiter. Schnellen Schrittes stapft er durch Wittenberg. "Lassen Sie uns in die Elbaue gehen", sagt er. Er läuft und läuft und läuft. Irgendwann bleibt er auf einem Hügel stehen. Unter uns eine Güterbahnstrecke, die Elbe, die Kirchtürme von Wittenberg. Ein Ort, der Überblick verschafft.

"Mann, groß gewachsen, aus gehobenen Kreisen"

"Herr Hartmann, hat sich in den letzten zehn Jahren etwas getan?"

Er schüttelt den Kopf. "Noch immer kommen in der Wirtschaftselite vier von fünf aus demselben Milieu." Das Grundmotiv der Auswahl für Spitzenpositionen sei noch immer Ähnlichkeit. "Da sitzen groß gewachsene Männer aus gehobenen Kreisen", sagt Hartmann, "und die rekrutieren nach dem Prinzip: 'Ich bin gut, und der, der den Job machen soll, der soll auch gut sein. Also sollte er so ähnlich sein wie ich: ein Mann, groß gewachsen, aus gehobenen Kreisen'." Und so, sagt Hartmann, seien nicht nur Aufsteiger und Frauen absolute Ausnahmen in den Top-Etagen der Wirtschaft, sondern kurioserweise auch kleine Männer.

Nicht nur mit mir hat Michael Hartmann dieses Gespräch geführt, auch mit vielen anderen Journalisten, Tausenden Managern, Gewerkschaftern, Politikern. Und es hat sich wirklich nichts getan?

"Die Führungsleute", sagt Hartmann, "halten die Mär, dass Aufstieg allein nach Leistung erfolge, nicht mehr so offensiv aufrecht. Aber das System bleibt gleich." Er höre immer: Mag sein, dass für die Auswahl am Ende der Stallgeruch entscheidend sei – aber so sei es nun mal. "Nur eines hat sich geändert", sagt Michael Hartmann. "Die Wut darüber, dass die Welt da oben so undurchlässig ist, die hat sich verstärkt."

Wohlhabende Familien kaufen ihren Kindern beste Bedingungen

Die Wirtschafts- und Finanzkrise traf die Mittelschicht in der westlichen Welt besonders hart. Rentner mussten wieder arbeiten, weil ihr Aktiendepot, das den Ruhestand sichern sollte, plötzlich wertlos war. Familien konnten den Kredit für ihr Haus nicht mehr abzahlen, weil ein Elternteil seinen Job verlor. Kinder konnten nicht auf die Uni, weil kein Geld da war. Fast jeder verlor etwas. Und jene, die nichts verloren, hatten Angst, dass sie bald etwas verlieren würden. Aus der Angst wurde Wut. Auf die da oben, die Banken und Manager, die Eliten, die erst die Krise verursacht hatten und dann mit Milliarden Steuergeldern gerettet wurden. Es war eine Wut, die zum Brexit führte und zu Wahlsiegen von Populisten wie Donald Trump.

Wer an einem sonnigen Oktobertag das Tor zum Internat Schloss Salem betritt, hat nicht den Eindruck, als könne diese Wut der Welt hinter den Schulmauern etwas anhaben. Im Herbstlicht glänzen die Malereien auf der weißen Schlosswand golden. Der Brunnen am Westportal plätschert. Eine Gruppe Jungs in tiefblauer Internatskleidung übt das Anschließen von Feuerwehrschläuchen. Andere laufen rotwangig zum Hockey.

Bernd Westermeyer ist der neue Leiter des Internats. Salem, sagt er, sei eine strahlende Marke, die wohl bekannteste Schule des Landes. "Wenn ich es schaffe, unsere Schule so zu gestalten, dass sie dem Mythos näherkommt, habe ich einiges geschafft."

Vor seiner Zeit in Salem leitete er die Landesschule Pforta, ein Internat, in dem Sachsen-Anhalt besonders leistungsbereite Schüler aufnimmt. Begabtenförderung, für jeden bezahlbar. In Pforta kostet der Internatsplatz inklusive Vollversorgung für Kinder aus Sachsen-Anhalt 250 Euro im Monat.

In Salem sind die akademischen Leistungen der Schüler Durchschnitt. Außergewöhnlich sind vor allem die finanziellen Möglichkeiten der Eltern. Der Monat kostet pro Kind 3.000 Euro.

Vor zehn Jahren hatten die Verantwortlichen an den teuren Privatschulen mir erklärt, warum es trotz mittlerer schulischer Leistung gerechtfertigt sei, ihre Schüler mit dem Label "Elite" zu schmücken. Diese hätten das Auftreten, das es brauche, um in den Spitzenpositionen zu bestehen. So bat mich der Leiter der Internatsschule Neubeuern, mir ein Auswahlverfahren vorzustellen. "Während der durchschnittliche 1,0-Abiturient vom staatlichen Gymnasium auf seine Schuhe guckt und seinem Interviewpartner nicht in die Augen schaut, weil er solche Situationen einfach nicht gewohnt ist, gehen unsere Schüler souverän damit um." Habitus schlägt Lernleistung.

Es ist ein Spiel, das auch Westermeyer beherrscht. Als ich ihn frage, ob die Schüler in Pforta nicht eher leistungsstark seien und somit die eigentliche Elite, wiegelt er ab: Fleißig seien sie schon alle gewesen, auch diszipliniert, aber sonst? Außerdem habe sich Pforta durch die Entscheidung, vor allem Kinder aus der Region aufzunehmen, zur Provinzialität verdammt. Seine einstigen Schüler in Pforta seien häufig zu wichtigen Terminen in Jeans und T-Shirt aufgelaufen. In Salem lernten Schüler früh, wie man eine Krawatte binde. Hier bilde man Kinder zu Persönlichkeiten aus, zu Menschen, die Verantwortung übernähmen, zu offenen Weltbürgern.

Die Elite hält zusammen. Und so werde ich wieder auf die Frage zurückgeworfen, die ich schon vor zehn Jahren gestellt habe: Ist es ungerecht, dass sich wohlhabende Familien beste Bedingungen für ihre Kinder kaufen – und Tradition und Netzwerke noch dazu? Die Antwort von Direktoren, Lehrern und Schülern lautete damals: Mag sein. Aber nur die Menschen von außen seien auf diese Geldfrage dermaßen fokussiert. Das Angenehme in Salem sei eben, dass das Vermögen der Eltern hier keine Rolle spiele.

So sehen es auch Feli und Noel, zwei Zehntklässler, die sich beim Frühstück Zeit nehmen, um mir Salem zu erklären. Noel sagt: "Man redet gar nicht über das Geld der Eltern." Feli sagt: "Wenn man hier aufeinandertrifft, ist der Hintergrund egal." Noel: "Wenn ich es in Salem schaffe, liegt das nicht am Geld meiner Eltern. Ich muss mir den Erfolg verdienen."

Rund 250.000 Euro wird Noel und Feli ihr Schulbesuch kosten. Pro Kopf, wenn sie die vollen acht Jahre in Salem absolvieren. Damit ist das Geld der Eltern eben doch entscheidend.

Es ist Abend geworden in Salem. Im Blauen Zimmer, in dem die Oberstufe lernt, sind 50 Teenager zu einem Vortrag des Insolvenzverwalters Arndt Gleiwitz zusammengekommen. Gleiwitz wurde berühmt durch die Betreuung der Drogeriekette Schlecker. "Aber auch grau", scherzt er, bevor er das Metier erklärt. "Der Beruf gibt extrem viel Macht. Mit Macht muss man umgehen können." Er glaubt, dass man das in Salem lerne. Auch Gleiwitz war hier Schüler. "Ich habe Alt-Salemer in der Kanzlei", sagt er. Unermüdlich wird an Abenden wie diesem das Beziehungsnetzwerk gesponnen.

Zwei der Schüler, die hier sitzen und bald ihr Abitur machen, erzählen mir vom Unterricht in Salem. Sie seien keine schulischen Überflieger, sagen sie selbstkritisch. Aber wer sie in diesem Blauen Zimmer sitzen sieht, im höflichen Small Talk mit dem Insolvenzverwalter, der eine im hellblauen Ralph-Lauren-Pulli, der andere im grauen, kann sich vorstellen, dass auch sie in zehn Jahren über Visitenkarten mit wohlklingenden Titeln verfügen werden.

Bildung gegen Geld

Die Verfassung unseres Landes lehnt es ab, dass sich der Zugang zu Bildungseinrichtungen am Geld entscheidet. Im "Sonderungsverbot" ist festgelegt, dass Schüler nicht nach den "Besitzverhältnissen der Eltern" sortiert werden dürfen. Das Verfassungsgericht urteilte, auch Privatschulen müssten Kindern "allgemein zugänglich sein", und zwar "grundsätzlich ohne Rücksicht auf deren Wirtschaftslage".

An vielen Privatschulen werden diese Vorgaben allerdings ignoriert. Das hat gerade noch einmal das Wissenschaftszentrum Berlin in einer Studie bestätigt. Die Landesverwaltungen, so die Autoren, hätten wenig Interesse, ihre Schulen zu kontrollieren. Und so steigt die Zahl der Privatschüler kontinuierlich. Fast jede zehnte Familie hat das staatliche System verlassen. Bildung gegen Geld, das scheint heute ein normales Geschäft zu sein.

Schulleiter Bernd Westermeyer hatte in Salem gesagt, es bereite ihm kein schlechtes Gewissen, dass seine Schüler gegen Bezahlung viel bessere Bedingungen vorfänden als der große Rest. "Wir sind ein hervorragendes Bildungsangebot" sagt er. "Das kostet Geld. Ich nehme die Kritik nicht an, dass das unsozial sei, weil Deutschland als sehr reiches Land die Mittel hätte, allen Kindern eine vergleichbare Bildung zu bieten."

Es ist ein bedenkenswertes Argument: Warum baut der Staat nicht alle Schulen auf Salem-Niveau aus? Zu Hause rechne ich Westermeyers Vorschlag durch: Im Schnitt gibt Baden-Württemberg, das Bundesland, in dem Salem liegt, nach Angabe des Statistischen Bundesamtes pro Schüler und Jahr 7.000 Euro aus, also knapp 600 im Monat.

80 Prozent davon zahlt der Staat pro Schüler übrigens auch an Privatschulen wie Salem. Die Eltern überweisen darüber hinaus laut Gebührenordnung pro Kind und Monat ohne Internatskosten rund 1.500 Euro. Um einen Salemer Schüler zu unterrichten, geben Staat und Eltern also rund 2.000 Euro im Monat aus, mehr als das Dreifache dessen, das in normale Kinder investiert wird.

Bernd Westermeyers Rechenbeispiel ist also nicht mit der Realität vereinbar. Das Bildungssystem ist zutiefst ungerecht. Im Gegensatz zu der häufig bemühten Erzählung von der Mittelstandsgesellschaft, in der jeder durch Leistung aufsteigen kann, ist Deutschland ein Land, in dem die Elite unter sich bleibt. Und es wird einiges dafür getan, dass sich das nicht ändert. Weder gibt es eine nennenswerte Erbschaftsteuer, noch bietet das deutsche Schulsystem ausreichend Chancen für Kinder aus armen Familien. So werden die sozialen Schichten mit jedem Jahrzehnt undurchdringlicher.

Und dann meldet sich der ehemalige Eliteanwärter, der bereit ist, zu reden. Seine Karriere nach der EBS lief so ab, wie es verheißen war. Heute ist er auf der zweiten Führungsebene angelangt.

Wundert ihn, dass die Karriereziele der heutigen Schüler und Studenten denen seines Jahrgangs so sehr gleichen? Dass die Post-Wirtschaftskrisen-Generation auch in Banken und die Beratung strebt? Ausgerechnet in diese Branchen, deren Ruf in der Öffentlichkeit ruiniert ist?

"Nein", antwortet mein Gesprächspartner. "95 Prozent der Berater und 80 Prozent der Investmentbanker haben ihre Arbeit verantwortungsbewusst gemacht." Warum solle man wegen der Fehler weniger ganze Berufsfelder verdammen? "Mir macht es wahnsinnig viel Spaß, in diesen Branchen zu arbeiten. Alle im Team können, alle wollen." Höchstleister eben, 60 Arbeitsstunden pro Woche, verteilt auf fünf Tage. "Es war anstrengend, und es ist immer noch anstrengend", sagt er, "aber Elite macht Sinn. Es ist gut, wenn es Menschen gibt, die mehr wollen."

Dann stockt er kurz. Denn bei ihm hat sich etwas verändert. Seine Tochter ist zur Welt gekommen. Oft protestiert sie, wenn er morgens geht. Nur einmal pro Woche schafft er es, rechtzeitig zu Hause zu sein, um sie ins Bett zu bringen. Die Hauptlast trage seine Frau, sagt er. Es gibt Momente, in denen er häufiger zu Hause sein will. Ihn treibt die Sorge um, dass seine Tochter in einer Wohlstandsblase aufwachsen könnte. Er wünsche sich, dass sie eine normale Grundschule besuche, sagt er.

Die Angst vor entkoppelten Lebenswelten hat die Elite selbst erreicht. Zumindest einige ihrer Mitglieder. Es sind zaghafte Zweifel, zarte Kratzer in einem Bild, das sich ansonsten unberührt zeigt. Reichen sie aus, etwas zu ändern?

Bei der Recherche traf sich niemand, der Verantwortung übernehmen wollte – für die Fehlentwicklungen der letzten Jahre, für eine fairere Gesellschaft oder nur für die eigene Meinung. Auch als ich meinem Gesprächspartner später seine Aussagen vorlege, beginnt er sich zu winden. Unser Gespräch sei privater Natur gewesen, sagt er, und dass ich auf keinen Fall seinen Namen im Text nennen dürfe.

Ob er wirklich bei seiner Tochter alles anders macht? Wir sehen uns in zehn Jahren wieder.

Von Julia Friedrichs erscheint dieser Tage eine Neuausgabe ihres Buches "Gestatten: Elite".

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