1988 bezeichnete Bundespräsident Richard von Weizsäcker (1920 bis 2015) es als eine der sinnvollsten Veranstaltungen seines politischen Lebens: das Hamburger Schulschachturnier "Rechtes gegen Linkes Alsterufer". Und diesem großen Mann brach kein Zacken aus der Krone, als er als "Altschüler" in einer Mannschaft mitspielte und ... verlor.

1958 fand dieses Turnier zum ersten Mal statt, damals noch mit bescheidenen 160 Schülern. Mit den Jahren wurde es immer beliebter und größer, in den letzten Jahren nahmen fast 3000 Spieler teil. Und dieses Jahr schließlich die Rekordbeteiligung: 4240 Schülerinnen und Schüler verwandelten die Barclaycard Arena ins "größte Klassenzimmer der Stadt". Ein bewegender Anblick mit 2120 Schachbrettern! Die S-Bahn Hamburg setzte spezielle "Schachzüge" ein, im Vorfeld hatten schon Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz und der schachbegeisterte Sänger Smudo dafür geworben.

Hatten Schüler ihre Partie beendet, dann traten Angestellte von Barclaycard in die Arena, um sich ihnen zu stellen. "Schlagt den Banker!", hieß das Motto. Da lacht nicht nur so manchen Schülers Herz.

Der siebenjährige Florian jedenfalls nahm sich die Aufforderung zu Herzen, als ihm der Generalmanager Carsten Höltkemeyer gegenübersaß. Der Steppke gewann schließlich die Partie, um nachher seinen Gegner mit den Worten zu trösten: "Sie haben aber gut gespielt!"

Doch mit welcher herrlichen Kombination hätte Florian als Weißer sogar matt setzen können?

Lösung aus Nr. 35:

Schwarz stand mit dem Rücken zur Wand und gab auf. Wie hätte Weiß nach 1...Dxd7 gewonnen?

Mit 2.Dxd7 Sxd7 3.Lb3! Tc7 4.Te7! Td8 5.Txf7 Kh8 6.Le6! Wegen der unheilvollen Fesselung geht der Springer verloren