Unser Körper braucht Eisen. Es sitzt als zentrales Atom in den Molekülen Hämoglobin und Myoglobin, die für den Sauerstofftransport im Blut und in den Muskeln zuständig sind. Wenn zu wenig Eisen vorhanden ist, drohen schwere Mangelerkrankungen.

Der einfachste Weg, dem Körper Eisen zuzuführen, ist der Verzehr von Fleisch. Die tierischen Muskeln enthalten das Metall nämlich zum großen Teil als sogenanntes Häm-Eisen, das der Körper direkt verwerten kann. Vegetarier müssen nicht verzweifeln – auch pflanzliche Nahrung enthält Eisenverbindungen, sie sind nur nicht so leicht für den Körper verfügbar. Kann man dem Mangel begegnen, indem man die Nahrung künstlich mit Eisen anreichert?

Ich habe an dieser Stelle schon die Frage nach dem mit Nägeln gespickten Apfel behandelt (ZEIT Nr. 45/04), der dem Körper tatsächlich verwertbares Eisen zuführt. Und mit dem eisernen Kochgeschirr ist es ähnlich.

Erste Frage: Steigt der Eisengehalt im Essen, wenn ich Töpfe und Pfannen aus Eisen benutze? Die wegweisende Studie dazu wurde 2004 von einer Studentin an der Texas Tech University durchgeführt und später im Journal of the American Dietetic Association veröffentlicht. Bei 18 von 20 Gerichten war der Eisengehalt nach dem Kochen in der Eisenpfanne teilweise dramatisch höher, als wenn eine Pfanne aus Aluminium verwendet wurde, bei Apfelkompott zum Beispiel um das 25-Fache. Je feuchter und je saurer ein Gericht war, desto mehr Eisen löste es aus der Pfanne heraus.

Zweite Frage: Kann der Körper mit diesem Eisen etwas anfangen? Dazu gab es mindestens zwei Studien in Entwicklungsländern, beide von kanadischen Forschern. In den neunziger Jahren ließ man äthiopische Familien ein Jahr lang entweder mit einem Topf aus Eisen kochen oder mit einem aus Aluminium. Bei den Kindern verbesserte das zusätzliche Eisen nicht nur die Blutwerte, sie wuchsen auch übers Jahr etwa 0,6 Zentimeter mehr.

Und in Kambodscha gaben Forscher 2015 den Familien einen fischförmigen eisernen Barren ("Lucky Fish"), den die Probanden immer in den Topf legen sollten, wenn sie Speisen oder auch einfach nur Wasser kochten. Auch hier nahmen die Blutwerte gegenüber der Kontrollgruppe zu, die Fälle von Anämie (Blutarmut) gingen zurück. Klarer Fall: Eisernes Kochgeschirr kann gut für den Eisenhaushalt sein.

Die Adressen für "Stimmt’s"-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de.

Das "Stimmt’s?"-Archiv: www.zeit.de/stimmts

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio