Falten und Furchen im Gesicht verraten sein wahres Alter. Und doch wirkt er nach wie vor fit und agil.

Als Kind nannten sie ihn "den Jungen mit den blonden Haaren und den Storchenbeinen", seine hochgewachsene, drahtige Figur hat er sich bewahrt. Das Leben war meist gut zu ihm, auch wenn es unerwartete Haken schlug. Das begann mit einer behüteten Kindheit, bis die politischen Verhältnisse die Familie in die Flucht schlugen. Für die Eltern war es die Rettung vor Verhaftung und Tod; für den Sohn vor allem ein faszinierendes Abenteuer, das Erkunden eines neuen Kontinents: Menschen, Landschaft, Kultur. Als junger Mann kehrt er zurück in sein Geburtsland, studiert Mathematik, Physik und Jura, macht Karriere in der Wirtschaft.

Nur das eine Ziel, das ihn früh lockt, bleibt ihm zunächst verwehrt. Schon ein wenig angegraut, landet er dann doch noch dort. Versucht große Visionen in Taten umzusetzen, scheitert und endet als geschasster Verlierer. Kritik und Häme machen ihm zu schaffen, er fühlt sich missverstanden. "Wir alle haben ein Gewissen. Das sagt uns, was man tut oder was nicht." Fortan besinnt er sich auf Kultur und Wissenschaft, aufs Schreiben. Und ist aktuell wieder sehr als Experte gefragt.

Dank seiner Biografie gilt er als Kenner jenes Landes, das nun schon länger in eine Richtung abdriftet, die viele Leute besorgt und befremdet, ihn auch: "Da werden die Menschenrechte auf den Kehricht geworfen. Aber meine Eltern verdanken diesem Land ihr Leben, ich meine Jugend." Wer ist’s?

Lösung aus Nr. 37:

Der um 1550 auf Terschelling geborene Willem Barents unternahm 1594, 1595 und 1596 Fahrten zur Erkundung der Nordostpassage um Sibirien. Er entdeckte die Bären-Insel, Spitzbergen und Nowaja Semlja, wo er den Winter überstand. Kurz nach dem Aufbruch Richtung Süden im Juni 1597 starb er