Juden haben im Laufe der Geschichte auf vielen Gebieten Besonderes geleistet; teilweise wohl als schiere Notwendigkeit, um sich als bedrängte Minderheit ihre Existenz zu sichern. Dies trifft auch auf Schach als intellektuellen Sport in der Sowjetunion zu. Wohl die Hälfte der sowjetischen Spitzenspieler waren jüdisch, sie trugen wesentlich zur weltweiten Dominanz des Sowjetschachs nach dem Zweiten Weltkrieg bei.

Umgekehrt waren Anfang des 20. Jahrhunderts die deutschen Juden Emanuel Lasker als Weltmeister von 1894 bis 1921 und sein erbitterter Rivale Siegbert Tarrasch das Maß aller Dinge. War indes Lasker ein Weltbürger in jeder Hinsicht, so wurde der deutschnationale Tarrasch aufgrund seiner schachlichen Lehrsätze sogar als "Praeceptor Germaniae" bezeichnet. Lasker musste schließlich in die USA emigrieren, während Tarrasch der Tod 1934 wohl manches ersparte.

Daran musste ich denken, als vor Kurzem das 4. deutsch-jüdische Blitzschachturnier mit der Beteiligung vieler Juden aus Russland und der Ukraine in der Israelitischen Kultusgemeinde in Bamberg stattfand.

Das Turnier gewann überzeugend der Neurologieprofessor Peter Krauseneck vom Schachclub 1868 Bamberg, wobei ihm in der letzten Runde ein schöner Sieg gegen den Vorjahressieger Roland Schmid gelang. Zur unübersichtlichen Lage tragen die ineinander verbissenen Kavallerien bei. Mit welchem Kraftzug gewann Krauseneck als Weißer?

Lösung aus Nr. 37:

Welchen schönen, sofort entscheidenden Gewinnzug fand Weiß in allerdings ohnehin langfristig gewonnener Stellung?

Nach 1.Lb6! gab Schwarz auf. Sowohl 1...Txb6 2.a8D als auch 1...Lxb6 2.Txa6 f2 3.Kg2! sind hoffnungslos