Werben für Jesus: Darf man das?

Natürlich steht Jesus nicht zur Wahl. Sein Reich Gottes ist weit erhaben über das Parteiengezänk des Wahlkampfs. Und eine Demokratie ist es auch nicht, kann es nicht sein. Es empfiehlt sich deshalb, die Wahlplakate, die Sie auf auf diesen Seiten sehen und die von den Werbeagenturen der großen Parteien dieses Bundestagswahlkampfs exklusiv für Christ&Welt gestaltet wurden, nicht allzu wörtlich zu nehmen. Reine Spielerei jedoch sind sie auch nicht. Benedikt XVI. sagt: Es gibt so viele Wege zu Gott wie Menschen. Insoweit spiegeln die Plakate auf diesen Seiten die unterschiedlichen Zugänge der Parteien zu Gott und Jesus Christus – und zwar aus ihrer je eigenen weltanschaulichen Ecke. Welche Partei die Aufgabenstellung ernst genommen, wer von ihnen sich mutig zu Christus und zum Christentum bekannt oder den Messias nur für eine billige Pointe missbraucht hat, um im aktuellen Wahlkampf zu punkten, müssen Sie, liebe Leser, selbst entscheiden. Als Gastgeber kann und sollte die Redaktion nicht über ihre Gäste richten.

Zwei Parteien sind nicht mit eigenen Plakaten vertreten: Die Agentur der AfD wurde mehrfach von uns angefragt. Eine Antwort bekamen wir nie. Ebenfalls nicht mit dabei ist die CDU. Ihre Agentur, Jung von Matt, sagte zuerst ab. Dann erreichte uns jedoch eine Zusage aus der Berliner Parteizentrale. Die CDU, sagte man uns, werde sich auf jeden Fall mit einem eigenen Plakat beteiligen. Kurz vor Redaktionsschluss jedoch widerrief die CDU diese Zusage per Mail. "Aus Respekt vor der Religion", heißt es in der Erklärung, die Sie auf der rechten Seite lesen können, "halten wir es aber für keine vernünftige Kategorie, Jesus Christus als Spitzenkandidaten einer Partei abzubilden."

Raoul Löbbert