Niels Annen

Der Historiker, Jahrgang 73, bisher außenpolitischer Sprecher der SPD, Direktkandidat in Eimsbüttel, ist ein linker Sozialdemokrat, der Anfang der nuller Jahre Juso-Vorsitzender war. In Hamburg ist man mit diesem Profil schon eine Ausnahmeerscheinung.

Matthias Bartke

Der Jurist, Jahrgang 59, ist seit 2013 im Bundestag und Justiziar der SPD-Fraktion. Vorher arbeitete er in der Sozialbehörde als Büroleiter des Senators Detlef Scheele. Seinem Wahlkreis Altona hat er versprochen, sich für eine schärfere Mietpreisbremse einzusetzen.

Bernd Baumann

Der Wirtschaftswissenschaftler, Jahrgang 58, gehört nicht zu den lautesten Krakeelern der AfD. Er poltert gern gegen "linken Gewaltterror", bundespolitisch kämpft er dafür, dass auch die Diffamierung der Deutschen als "Volksverhetzung" strafbar wird.

Anja Hajduk

Die Psychologin, Jahrgang 63, ist eine erfahrene Bundespolitikerin: Von 2002 bis 2008 war sie Abgeordnete, seit 2013 ist sie es wieder. Als Ex-Stadtentwicklungssenatorin könnte sie in einer Jamaika-Koalition Umwelt- und Bauministerin Hendricks (SPD) beerben.

Metin Hakverdi

Der Jurist, Jahrgang 1969, Sohn eines türkischen Taxifahrers und einer deutschen Sekretärin, schaffte es 2013 ohne Lobby in der Partei von Wilhelmsburg in den Bundestag: eine Bilderbuchkarriere. Seither bewährt er sich als Finanzexperte.

Johannes Kahrs

Der Jurist, Jahrgang 63, ist Sprecher des Seeheimer Kreises und seit 1998 direkt gewählter Bundestagsabgeordneter. Er gilt als Strippenzieher der Macht. Oft holte er aus dem Haushaltsausschuss mit Rüdiger Kruse (CDU) Geld nach Hamburg.

Rüdiger Kruse

Der Geschäftsführer der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Jahrgang 1961, ist seit 2009 im Bundestag. Machte als Kulturpolitiker von sich reden, der mit Johannes Kahrs Haushaltsgeld für Kultur und Denkmalschutz nach Hamburg schleuste.

Fabio De Masi

Der Ökonom, Jahrgang 1980, saß seit 2014 im EU-Parlament und gilt als ehrgeizig. Der Deutschitaliener folgt auf den Verteidigungspolitiker Jan van Aken, der aus der Politik ausstieg. De Masis Fachgebiete sind Korruption und Finanzpolitik.

Zaklin Nastic

Die Slawistin, Jahrgang 80, scheiterte knapp bei der Bürgerschaftswahl. Nun wird sie überraschend Bundestagsabgeordnete. Im Bezirk engagiert sie sich in der Migrationspolitik, als Mutter einer behinderten Tochter kämpft sie für bessere Inklusion.

Aydan Özoğuz

Die Anglistin, Jahrgang 67, ist als Staatsministerin für Migration die bedeutendste Hamburgerin der großen Koalition. Dennoch steht zu befürchten, dass man sie als die Politikerin im Gedächtnis behält, die der AfD-Chef Gauland in Anatolien "entsorgen" wollte.

Christoph Ploß

Der Historiker, Jahrgang 85, hat im Bezirk Nord der SPD das einzige Direktmandat abgetrotzt – womöglich auch dank seines Kampfs gegen das Busbeschleunigungskonzept. Er gilt als fleißig, könnte künftig Europapolitik machen, aber auch Verkehr.

Manuel Sarrazin

Der Historiker, Jahrgang 82, ist seit 2008 im Bundestag. Der Haushalts- und Europapolitiker saß schon mit Anfang 20 in der Bürgerschaft. Um den Wiedereinzug in den Bundestag musste er lange bangen, profitierte dann vom Erfolg der SPD in den Wahlkreisen.

Wieland Schinnenburg

Der Zahnmediziner und Jurist, Jahrgang 58, ist Bürgerschaftsabgeordneter und war Hamburger FDP-Vorsitzender – ist aber eher unbekannt. Er dürfte sich in Berlin vor allem gesundheitspolitisch betätigen.

Katja Suding

Die PR-Beraterin, Jahrgang 75, ist nach Lindner und Kubicki die prominenteste Liberale. Sie hat angedeutet, im Bundestag das Thema Verkehr bearbeiten zu wollen. Dass es in einer Jamaika-Koalition zum Ministeramt reicht, ist unwahrscheinlich.

Christoph de Vries

Der Soziologe, Jahrgang 74, ist Geschäftsführer der CDU-Bürgerschaftsfraktion. Zieht dank der Überhangmandate als vierter CDU-Mann nach Berlin. Den Wählern in Hamburg-Mitte hat er versprochen, die "wieder entstandene offene Drogenszene zu bekämpfen".

Marcus Weinberg

Der Zeitsoldat und Lehrer, Jahrgang 67, sitzt seit 2005 im Bundestag, seit drei Jahren ist er familienpolitischer Sprecher. Obwohl über die Landesliste eingezogen, war er in seinem Wahlkreis sehr präsent, zuletzt als Kämpfer gegen den Elbstrand-Fahrradweg.