Lustig klumpt mir das Wort am Gaumen: "Flódni." Wenn Ráchel Raj es flötet, zergeht es ihr behaglich auf der Zunge. Und genau das sei er ja, der Flódni: "Ein Kuchen, wie ihn eine jiddische Mamme ihren Kindern zum Naschen gibt." Ráchel, mit Klimperwimpern und im kleinen Schwarzen, ist gebürtige Budapesterin. Außerdem Rabbi-Tochter. Hat mal Modedesign studiert und verordnet ihren Landsleuten nun jüdischen Schichtkuchen. Der Flódni ist ihr Unterhändler, der ihnen über diese "Sache" weghelfen soll. "Ich will es nicht Hass nennen", sagt sie mit zuckersüßem Lächeln. "Aber die Ungarn brauchen manchmal jemanden, der ihnen sagt, was sie mögen sollen."