Die Mutter hatte seine literarischen und künstlerischen Interessen gefördert. Doch als er sein Studium aufgab und eine Schauspielschule besuchte, war es vorbei mit dem Wohlwollen der Eltern. Aus Protest gegen ihre Verständnislosigkeit nahm er einen neuen Namen an, der auf eine avantgardistische Kunstrichtung anspielte. Seine kurze Theaterkarriere endete, als er sich freiwillig zum Kriegsdienst meldete. Er ließ sich zum Kampfflieger ausbilden, landete jedoch nach wenigen Einsätzen zufällig oder absichtlich in einem neutralen Land. In der Internierung schrieb er ein patriotisches Volksschauspiel.

Nach seiner Rückkehr verfiel er einer Kunst, in der er sich als detailversessener Perfektionist und Schöpfer einer raffinierten Bildsprache einen Namen machte. Seine ersten Werke verbanden triviale und komödiantische Sujets mit kriminalistischen Elementen. Er experimentierte mit atmosphärisch aufgeladener Lichtführung, die in seinen Werken zu einem virtuosen Spiel wurde. In einer Tragikomödie ließ er die Kamera schweben, in den nächsten beiden Filmen geriet alles in Bewegung, so entstanden Bilder ohne Realitätsanspruch.

Produzenten für den Weltmarkt wurden auf ihn aufmerksam, er folgte ihrem Ruf und schuf ihnen Probleme. Er trieb gigantischen Aufwand, ließ sogar einen kahlen Baum mit Blättern bekleben. Das Ergebnis waren drei Auszeichnungen und Ebbe an den Kassen.

Als er zur Premiere einer auf eigene Kosten entstandenen Mischung aus Melodram und Dokumentation fuhr, verunglückte er tödlich. Wer war’s?

Lösung Nr. 40:

Jérôme Agyenim Boateng, geboren 1988 in Berlin als Sohn einer deutschen Mutter und eines ghanaischen Vaters, gehört als Innenverteidiger zum FC Bayern München und zur Fußball-Nationalmannschaft. Er ist u. a. Fußballer des Jahres (2016), Weltmeister, Brillendesigner und seit der Bemerkung eines AfD-Politikers "Lieblingsnachbar"