Bei mir geschieht manches mit Verzögerung – wenn überhaupt! Und mit den Jahren wird’s nicht besser. So schrieb mir vor Jahr und Tag Herr Ralf Spierling: "Ich bin ein mittelprächtiger Feierabend-Internetspieler. Am heutigen, lauen Sommerabend begab es sich, dass ich auf dem Balkon zunächst ein bisschen im ZEITmagazin las und mich anschließend noch mit ein paar Blitzpartien im Internet entspannen wollte. Ich finde die Möglichkeit faszinierend, sich auch spätabends mit irgendjemandem auf der Welt in einer ganz anderen Zeitzone mal kurz zu duellieren. Dabei ist mir tatsächlich ein für meine Verhältnisse sehr netter Entscheidungszug in einer Drei-Minuten-Partie gelungen."

Herr Spierling hat etwas mit dem verstorbenen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker gemeinsam: Auch dieser entspannte sich gern abends, nach all der "Unruhe des Tages" (Weizsäcker), beim Spielen mit dem Schachcomputer – allerdings ohne den Druck der Uhr.

Die meisten der Internet-Schachspieler dürften allerdings eher den Kitzel des Wettkampfs unter großem Zeitdruck suchen, einige sogar im "Bullet" mit dem aberwitzigen Tempo von nur einer Minute für die ganze Partie. Da kommen Normalsterbliche mit dem Schauen nicht nach!

Herr Spierling jedenfalls hatte noch 18 Sekunden auf der virtuellen Schachuhr, als ihm als Schwarzem trotz oder wegen des sicher erhöhten Adrenalinspiegels ein herrlicher Gewinnzug auffiel. Welcher war’s?

Lösung aus Nr. 40:

Wie setzte Weiß mit unglaublichen Opfern in 11 Zügen matt?

Nach dem Damenopfer 1.Dh6+! zum Auftakt folgte 1...Kxh6 2.hxg6+ Kg5 3.Th5+! Kxh5 4.f4+ Df3+ 5.Lxf3+ Sxf3 6.Th1+ Sh4 7.Sf6+ Kh6 8.Txh4+ Kg7 9.Se8+! Txe8 10.Txh7+ Kf6 11.Txf7 matt