Oft ist es teurer als gedacht: Über 900 Euro geben Studenten pro Monat aus. Den größten Teil verschlingt das Zimmer.

Wie viel Geld sie im Monat ausgeben – diese Frage haben rund 60.000 Studenten im Sommer 2016 für die Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks beantwortet. Das Ergebnis: Unverheiratete Studenten mit eigenem Haushalt brauchen im Monat durchschnittlich 918 Euro. Für ihre Ernährung geben sie 168 Euro aus, für Kleidung 42 Euro, für Telefon und Internet 31 Euro. Der größte Posten ist die Miete, sie liegt im Schnitt bei 323 Euro.

Bei den Wohnkosten gibt es von Stadt zu Stadt große Unterschiede. Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) beträgt die durchschnittliche Monatsmiete für eine 30-Quadratmeter-Wohnung in Uni-Nähe in München 634 Euro, in Berlin 416 Euro und in Leipzig 322 Euro. Auch WG-Zimmer sind in München am teuersten, durchschnittlich kosten sie dort 570 Euro. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Studie des Moses Mendelssohn Instituts (MMI) und des Portals WG-gesucht. Im Schnitt zahlt man für ein WG-Zimmer in Deutschland 353 Euro pro Monat. Besonders günstig ist es in Cottbus, ein Zimmer kostet dort um die 200 Euro. "Für Leute mit schmalem Budget sind Zimmer in den Wohnheimen der Studentenwerke oft die einzige Lösung", sagt Bernhard Börsel, Leiter des Referats Studienfinanzierung und bildungspolitische Fragen beim Deutschen Studentenwerk. Sie liegen im Schnitt bei 238 Euro pro Monat.

Zusätzlich müssen alle Studenten zweimal im Jahr die Semesterbeiträge der Hochschulen bezahlen, mit denen unter anderem die Studentenwerke, die Studentenvertretung und die Hochschulverwaltung finanziert werden. An vielen Unis ist darin auch ein Semesterticket enthalten. Die Höhe der Beiträge variiert je nach Standort: Für das kommende Wintersemester waren an der Uni Passau 72 Euro fällig, an der Uni Hannover 425,06 Euro.

Wichtig zu wissen: "Nach dem 25. Geburtstag muss man damit rechnen, dass die Ausgaben steigen", sagt Börsel. Dann fällt häufig das Kindergeld weg und auch die kostenlose Kranken- und Haftpflichtversicherung durch die Eltern.

... und wie man es bezahlt

Bafög, Stipendien und Eltern sind wichtige Geldquellen

Eltern sind verpflichtet, ihren volljährigen Kindern während einer Ausbildung – also auch während eines Studiums – Unterhalt zu zahlen. Das gilt aber nur, wenn ihr monatliches Nettoeinkommen pro Kopf bei über 1.300 Euro liegt. Studenten, die nicht mehr bei ihren Eltern wohnen, haben Anspruch auf bis zu 735 Euro pro Monat. Wer Bafög, Kindergeld oder ein Stipendium bekommt, erhält weniger.

Bafög ist Geld vom Staat für Studenten. Die Hälfte ist ein Zuschuss, also geschenkt, die andere Hälfte ein zinsloses Darlehen, das nach dem Studium zurückgezahlt werden muss, wenn man genug verdient. Der Höchstsatz beträgt 735 Euro. Im Durchschnitt lag die Förderung 2016 bei 464 Euro. Wie viel Bafög jemand erhält, hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem vom Einkommen der Eltern.

Kindergeld gibt es in der Regel bis zum 25. Lebensjahr. Die ersten beiden Kinder bekommen jeweils 192 Euro (ab 2018: 194 Euro), das dritte Kind 198 Euro (ab 2018: 200 Euro), alle weiteren Kinder 223 Euro (ab 2018: 225 Euro).

Jobs in der Kneipe, am Fließband oder als Hiwi an der Uni: Laut Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks arbeiten 68 Prozent der Studenten neben dem Studium. Wer im Jahr nicht mehr als 8.820 Euro verdient (ab 2018: 9.000 Euro), muss keine Steuern zahlen.

Stipendien gibt es zum Beispiel von Stiftungen, Unternehmen, Vereinen, Hochschulen, Städten und Landkreisen. Je nach Schwerpunkt bezuschussen sie den Lebensunterhalt, übernehmen die Kosten für Forschungsprojekte, Auslandssemester oder Abschlussarbeiten. Einen Überblick gibt es unter www.stipendienlotse.de oder www.mystipendium.de

Manche Banken bieten Studienkredite an, etwa die Kreditanstalt für Wiederaufbau mit dem KfW-Studienkredit. Beim Bundesverwaltungsamt gibt es einen Bildungskredit für die Abschlussphase des Studiums. Auch viele Studentenwerke bieten Kredite an. Höhe und Laufzeit kann man individuell festlegen.