Wer im Urlaub wirklich alles haben will, bucht all-inclusive. Dann sind Schlafen, Essen, Trinken, Spaß und dergleichen im Preis mit drin. Alles. Doch was geschieht, wenn anspruchsvolle Gäste mehr verlangen?

Dann erwägen sie vielleicht, so wie Leser Wolfram S., einen Besuch im Hotel Alpenrose nahe der Zugspitze. Das bietet seiner Internetseite zufolge sogar "Ultra-All-Inclusive". Da es sich nicht um ein hohles Marketingsprüchlein handeln kann, muss mehr dahinterstecken als bei all-inclusive. Was aber könnte das sein? Das Wort "alles" beansprucht ja schon eine gewisse Absolutheit. Es lässt keinen Raum für Zusätzliches. Mehr geht nicht. Das lateinische ultra bedeutet "jenseits". Aber jenseits wovon? Oder: Jenseits? Im Jenseits soll ja bekanntlich auch alles inklusive sein, zumindest in der Buchungsklasse Paradies. Nur leider kann niemand davon berichten.

Außerdem ist die Alpenrose sehr diesseitig orientiert. Unter "Unser Ultra-All-Inclusive im Detail" listet das Hotel beeindruckend viele Extras (beziehungsweise: Ultras?) auf, von der "Nutzung der Indoor-Golfanlage, unseres BMW Leihfahrzeugs, unserer Harley-Davidsons, der Golfcarts ..." über Bade- und Saunalandschaften bis zu Getränkebrunnen und wechselnden Themenbuffets. Kurz gesagt: Hier ist Exklusives inklusive.

Ich persönlich bin mit Ultra-All-Inclusive sehr einverstanden. Familien sollten vor einer Buchung allerdings noch einmal nachfragen, denn ganz unten auf der Website steht: "Wir bieten für alle Familienmitglieder ausschließlich All Inclusive an." Schade. Und gemein! Erst preist die Alpenrose ihr Ultra-All-Inclusive, aber sobald dann eine Familie eincheckt, gibt’s kein Ultra mehr. Es bleibt bloß ein abgespecktes All-inclusive, ein Urlaub zweiter Klasse, und wer soll sich da schon erholen? Am Ende steht, wie leider so oft im Leben, nur eine banale Erkenntnis: Ultra-All-Inclusive-Urlaub ist nicht alles. Aber ohne ihn ist alles nichts.