Der Bauantrag ist genehmigt, der Vertrag mit der Stadt unterzeichnet. Um fünf Etagen soll der ehemalige NS-Flakbunker am Heiligengeistfeld aufgestockt werden, begrünt mit einem öffentlichen Park. Eine Halle soll in den neuen Stockwerken entstehen, für Breitensport und Konzerte, mit Platz für mehr als 2000 Besucher. Dazu zwei Gästehäuser mit zusammen 144 Zimmern, die wie einfache Hotels funktionieren sollen. Und Künstler-WGs, eine Gedenkstätte zur Geschichte des ehemaligen Flakturms, eine begrünte Rampe, auf der die Besucher hochwandern können zum spektakulärsten Aussichtsturm der Stadt.

Die Arbeiten, um all das zu errichten, könnten eigentlich längst losgehen. Doch es gibt gehörigen Ärger. Die ursprünglichen Ideengeber und der Bauherr verkehren nur noch über Anwälte miteinander. Es geht um unbezahlte Rechnungen. Es geht auch darum, wem die Vision von dem grünen Bunker gehört – und was sie wert ist. Und das sind noch nicht einmal die einzigen Konflikte rund um das Bauwerk. Eine Übersicht.

Die Ideengeber: Nicht ohne uns!

Drei Jahre lang hat der Hamburger Werber und Unternehmer Mathias Müller-Using für die Begrünung des alten Bunkers gekämpft. Gemeinsam mit dem Berliner Architekten Michael Kuhn schlug er das Projekt dem Immobilienunternehmer Thomas J. C. Matzen vor, der den Bunker an der Feldstraße seit 1993 per Erbbaurechtsvertrag bewirtschaftet: ein Park auf dem Bunkerdach, finanziert durch den fünfstöckigen Aufbau. Oder, wie Kritiker sagen: ein profitabler Aufbau, genehmigungsfähig gemacht mit einem Anwohnerpark.

Die beiden Initiatoren haben sich reingehängt: Müller-Using sitzt im Vorstand der Anwohnerinitiative Hilldegarden e. V., und die Architekten von Kuhns Büro Metapol arbeiteten für das Planungsbüro des Bunkers. Für die öffentliche Kommunikation war Müller-Usings Agentur Nordpol zuständig. Doch jetzt gibt es Streit ums Geld.

Die ursprünglichen Ideengeber streiten gegen den Bauherrn und Pächter des Bunkers. Müller-Using und Kuhn gegen Matzen lautet das Duell, es wird mit harten Bandagen geführt.

Man streite sich um "erhebliche offene Forderungen", bestätigt die Rechtsanwaltskanzlei, die Müller-Using vertritt. Die Agentur Interpol Studios habe bereits "weite Teile an der Ausführungsplanung erbracht", sagt Müller-Using selbst. Und sein Partner Kuhn sagt: "Wir haben die Verwertungs- und Nutzungsrechte an unseren Leistungen nicht übertragen. Daher liegen die Rechte an unseren Planungsleistungen noch immer bei uns. Und da bleiben sie auch, bis wir vollständig bezahlt wurden."

Der Projektmanager: Alles wird gut

Die Gegenseite sieht das anders. "Ich möchte die Kuh zum Fliegen bringen", ruft Henry Otterbein in den hohen Raum einer Altbauvilla an der Rothenbaumchaussee. Der Rechtsanwalt ist seit März Geschäftsführer der Ersten Hanseatischen Projektmanagement GmbH, er soll dafür sorgen, dass es bald losgeht mit der "Aufstockung des Hochbunkers Feldstraße", wie das Projekt offiziell heißt. Sein Auftraggeber ist Thomas J. C. Matzen, der Erbpächter des Bunkers, dem mehrere Immobilienfirmen gehören. Matzen will 30 Millionen Euro in den Bunkeraufbau investieren.