Mon dieu! Der französische Präsident Macron will tatsächlich den Staatseinfluss beim Flugzeugbauer und Rüstungskonzern Airbus erhöhen. Dabei taten sich seine Vorgänger doch schwer genug, das Unternehmen erst einmal in die Privatwirtschaft zu entlassen. Und seitdem hat sich der Aktienkurs vervierfacht.

Nicht genug damit. Macron will angeblich auch den Vater des Erfolgs, Airbus-Chef Thomas Enders, absetzen. Was treibt den Präsidenten bloß?

Während sich die deutsche Politspitze gerade um Jamaika kümmert, kritisiert immerhin die zweite Garde den französischen Vorstoß. "Politiker sind nicht die besseren Manager", sagte Joachim Pfeiffer, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Lob bekam Enders dann auch noch vom deutschen Regierungssprecher und von einigen Leitartiklern.

Armes Deutschland! Es reagiert immer noch mit alten Reflexen auf Frankreich, dem es in der Industriepolitik traditionell misstraut.

Airbus ist dafür ein Paradebeispiel. Beim großen europäischen Flugzeugbauer hatte Macron seinerzeit als Wirtschaftsberater im Élysée-Palast noch mitgeholfen, einen Aufsichtsrat ohne Regierungsvertreter zu installieren. Airbus sollte fern der Politik agieren. Das sah auch Enders so, der Airbus seit 2012 führt.

Damals konnte sich das Duopol zwischen Boeing und Airbus vor Aufträgen kaum retten. Nun aber schwächelt der Markt, und der Kampf mit dem US-Konkurrenten Boeing wird wieder härter, vor allem auch politischer. Inzwischen führt ihn Donald Trump, der jüngst den kanadischen Hersteller Bombardier mit der Meldung aufschreckte, einen 220-prozentigen Strafzoll auf Flugzeugimporte zu erheben. Sollen Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel sich das auch gefallen lassen?