In seinem Buch Don Juan (erzählt von ihm selbst) beschreibt Peter Handke, wie ein einfacher Blickkontakt eine übermächtige Beziehung zwischen zwei Menschen herstellen kann, der sich beide fügen. Keiner verführt den anderen, vielmehr sind beide einem Gesetz, wenn nicht Gebot unterworfen. Niemand – auch Don Juan nicht – hat "Macht" über den anderen, genauso wenig, wie sich einer dem anderen unterwerfen würde. Es ist etwas Mächtiges zwischen ihnen, etwas, das auf beide gleichermaßen wirkt. Diese erotische Energie wurde in den verschiedensten Kulturen zivilisiert, verfeinert, als Kunst sublimiert. In jeder Epoche gab und gibt es jedoch Menschen, die sich mit Macht und Gewalt holen, was sie wollen, die Erotik zu Pornografie und Missbrauch degradieren. Auch, aber nicht nur im Showgeschäft unserer Tage.