Zu Beruf und Berufung fand sie erst über Umwege, trotz Stallgeruch und Familientradition. Tatsächlich hatte sie schon als Baby vor einer Kamera posiert – in einer Taufszene. Und acht Jahre später nahm ihr Vater sie bereits auf die schönsten Festivals mit. Aber dann geriet der so sicher gewähnte Lebensentwurf ins Wanken: Ihre Auftritte als Darstellerin floppten. Neben peinlichen Verrissen kassierte sie auch noch die "Auszeichnung" als schlechteste Newcomerin – das war’s fürs Erste.

Ernüchtert verabschiedet sie sich vom glamourösen Zirkus. Lebt eine ganze Zeit in Japan, interessiert sich dort für Mode, kehrt als Unternehmerin zurück, schmiedet endlich Plan B und legt los. Das Debüt bringt Erfolg und ermöglicht das zweite Projekt. Angeblich hat sie wegen der vergleichsweise miesen Gage ewig um den Hauptdarsteller buhlen müssen, der aber – wie zur Belohnung für ihre Mühe – dann zur Höchstform aufläuft in einem hinreißend schwebenden Mann-Frau-Spiel, an seiner Seite eine damals noch fast unbekannte junge Schönheit. Heute ist diese ein Weltstar, vielfach preisgekrönt – wie die Frau am Set. Mit ihrem Gespür für Bilder und Stimmungen, mit Humor, Tiefsinn und einem unverkennbar weiblichen Blick auf die Welt behauptet sie sich im berühmten Haifischbecken und erzieht dabei auch noch ihre zwei Töchter: "Glücklicherweise kann mein Mann sich auch oft um die Kinder kümmern [...] Er geht zwar bald wieder mit seiner Band auf Tour. Aber bis dahin bin ich zurück." Wer ist’s?

Lösung aus Nr. 45:

Martin Luther verfluchte Giuliano della Rovere (1443 bis 1513), der als Julius II. 1503 den Papstthron bestieg. Gegen Frankreich retteten ihn Schweizer Söldner unter Kardinal Schiner vor dem Desaster. Michelangelo schuf sein Grabmal, von Bramante stammt der erste Plan für den Petersdom