Sie mögen sich durch die "Zeitungsschrecknisse und Übertreibungen" nicht "unnöthig in Unruhe" versetzen lassen, schreibt Felix Mendelssohn Bartholdy seinen Eltern am 9. April 1832 aus Paris. Allein an diesem Tag sterben in der Stadt mehr als 800 Menschen an der Cholera. Zwei Wochen zuvor ist sie ausgebrochen, unablässig rasseln Leichenwagen über das Pflaster. "Die Leute sind aber wirklich ganz außer sich hier", schreibt der 23-Jährige nach Berlin. Dann erzählt er, an welchen Stücken er gerade arbeitet, und entschuldigt sich am Ende: "Verzeiht den dummen Brief."