Wenn Melanie Schwab von der Geburt ihres ersten Kindes vor vier Jahren erzählt, dann klingt das, als sei es gestern gewesen. Wie sie da abgekämpft auf der Operationsliege lag, nach zwölf Stunden Wehen. Wie ihr, ohne sie aufzuklären, die Schamhaare rasiert und Arme und Beine mit Klettverschlüssen festgeschnallt wurden. Die Fruchtblase war schon am Tag zuvor geplatzt, es wurde den Ärzten zu gefährlich, sie hielten einen Kaiserschnitt für nötig. Melanie Schwab konnte nicht sehen, was passiert, sie spürte nur ein heftiges Rütteln im Bauch. Dann hielt ihr eine OP-Schwester das Neugeborene entgegen, willkommen, Emma. Kurz sah Schwab ihr Kind, dann verschwand die Schwester damit aus dem Operationssaal. Heute sagt die 28-Jährige: "Dieses euphorische Gefühl hat gefehlt. Stattdessen war da dieses Gefühl von Versagen: Ich habe es nicht allein geschafft."