Er ist so berühmt, dass sich aus den vielen Geschichten über ihn kaum eine Lebensgeschichte rekonstruieren lässt. Seine Karriere begann vor etwa 800 Jahren. Als Anhänger eines gescheiterten Rebellen rettete er einen verarmten Ritter, den er aus dem Gefängnis befreite und dem er Geld lieh. Zum Dank ernannte der König ihn zu seinem Hofmann. Dann tauchte er als Graf zur Zeit eines berühmten Königs auf, verschuldete sich, floh und verübte Überfälle. Später erschien er als Anführer einer Schar entrechteter Patrioten, die sich einem Eroberer widersetzten, lebte als Geächteter mit seinen Kumpanen im Wald, unternahm Raubzüge, legte sich mit geistlichen und weltlichen Herren an und wurde zum Mörder. In einer anderen Lesart war er ein heldenhafter Räuberhauptmann, ein Beschützer der Armen und Frauen. Einen Mordanschlag durch eine Klosterfrau, die ihn bei einem Aderlass beinahe verbluten ließ, überlebte er auf wunderbare Weise. In der Zeit der Aufklärung, die aus ihm einen Einfaltspinsel machte, setzte er sich mit schlauen Ränken durch. Der exzellente Bogenschütze stieg vom geächteten Freisassen zum Adeligen auf, vom Räuber zum Patrioten und Sozialrebellen, der den Reichen nahm und den Armen gab. In Kinderzimmer zog er als Held ein. Die schöne neue Medienwelt betrat er in über 30 Filmen und TV-Serien. Dort war er tollkühner Kämpfer, Hippie-Outlaw, schwuler Geck und fand einen arabischen Blutsbruder. Wer war’s?

Lösung aus Nr. 46:

Sofia Coppola, geboren 1971 als Tochter des Filmemachers Francis Ford Coppola ("Der Pate") und seiner Frau Eleanor, gelang 2003 mit "Lost in Translation" ein Kultfilm; für das Drehbuch erhielt sie einen Oscar. Sie lebt mit Thomas Mars, Sänger der Band Phoenix, und zwei Töchtern in New York