Oft frage ich mich, wie wohl das Neue in die Welt kommt. Manchmal will ich es dann aber doch nicht so genau wissen. Etwa im Fall eines neuen Haarparfüms, das mir in der Drogerie per Werbezettel vorgestellt wurde. Darauf war die Zeichnung einer jungen Frau zu sehen, die sich lächelnd die Haare parfümiert, aus unerklärlichen Gründen aber keine Nase hat. Leider kann ich in der Quengelzone keine Fotos zeigen, aber ich werde ein Bild twittern, dann können Sie sich selber eines machen.

Völlig rätselhaft bleibt, wie jemand eine derart unterernährte Idee haben konnte. "Das Haarparfüm ist genauso gerne aktiv wie du", stand auf dem Werbezettel, obwohl ich für meinen Teil ja lieber faul auf dem Sofa liege. Andererseits bin ich ein Mann und gehöre somit nicht zur Zielgruppe der Frauen ohne Nase. Die vermutlich deswegen nasenlos sind, damit sie nicht bemerken, wie sich der Duft ihres Haarparfüms mit dem ihres normalen Parfüms, ihres Duschgels und ihres Deos zu einer Geruchswolke vermischt, in der jede sorgsam ausbaldowerte Kopf-, Herz- und Basisnote chancenlos in einem penetrant süß-blumigen Irgendwas untergeht. Übersetzung für Männer: Sie mögen Craft-Beer, Rotwein, Whiskey und Spinat-Smoothies, würden aber nie alles gleichzeitig trinken.

Es sei denn, Sie sind Teil eines superlustigen Teams. Im Team der Haarparfüm-Erfinder arbeiten übrigens laut Selbstbeschreibung ein "Zahlendompteur", ein "Planungsgenie", ein "Querdenker", ein "Mann mit Durchblick", ein "Strippenzieher", ein "Ideengenerator", ein "Evangelist" und eine "Rückenfreihalterin". Alle machen echt irre Sachen und haben ständig lustige Ideen. Kein Wunder, dass daraus Innovationen entstehen. Wie das Haarparfüm, das in den Duftnoten pretty rose hearts und lovely mint story erhältlich ist. Es belebe den Geist, heißt es, "und pustet verdreht-vergnügliche Ideen in den Kopf". Man sollte es aber keinesfalls inhalieren.